Montag, 14. Oktober 2013

Ein Hauch Brasilien in Berlin - das Sudaka in Schöneberg

Wir freuen uns immer, wenn in Berlin ein Restaurant Brasilianische Küche oder wenigstens Brasilianische Gerichte mit auf der Karte anbietet und versuchen dann, das Ganze zu probieren in der Hoffnung, ein bisschen Brasilien in Berlin zu finden.

Aus diesem Grund besuchten wir auch das Sudaka (in den ehemaligen Räumlichkeiten des Tapas y mas dos in der Goltzstraße), soll es hier doch Südamerikanische Spezialitäten in moderner Form geben. Die Zeitungskritiken waren recht gut, umso höher waren die Erwartungen.

 Das Wetter war gut und wir waren früh dran, daher hatten wir draußen noch die freie Sitzplatzwahl. Der Innenraum ist aber auch toll zum Sitzen, mit seinen verschiedensten Stühlen und dem modernen bunten Design und dem großen Tresen.

Parkplätze sind etwas schwer in dieser Straße zu finden, vielleicht daher besser mit den Öffis oder kieztypisch mit dem Rad anreisen.

Kaum das wir saßen, kam schon der Service mit der Karte und nahm unsere Getränkebestellungen auf, bei uns gab es langweilig Weizen mit und ohne Alkohol, aber wer mag bekommt hier auch Cocktails, die später an den Nebentischen wirklich gut aussahen. Die Karte ist nicht riesig, bietet aber durchaus interessante Gerichte.
Vorweg gab es vom Haus Süßkartoffel- und Bananenchips mit verschiedenen Dips, durchaus lecker und interessant im Geschmack.
Danach haben wir uns verschiedene Pasteten geteilt, die lecker, größentechnisch aber wenig mit den uns bekannten Originalen zu tun hatten. Daher war das Teilen weitaus schwieriger, als wir dachten.
Als Hauptspeise wählten wir zwei Mal den Burger des Hauses, der einen kleinen Tick größer hätte sein können, geschmacklich und von der Qualität her aber einwandfrei war. Dazu gab es knusprige leckere Pommes. Zwei weitere Esser teilten sich Picanha, Tafelspitz in Brasilianischer Zubereitung, scharf gegrillt und innen schön rosa und wunderbar zart und leicht holzig im Geschmack. Dazu hatten wir ganz traditionell Bohnen, Reis und gut gemachte Farofa (geröstetes Maniokmehl). Etwas anders als in Brasilien ist allerdings die Portionsgröße, in Brasilien reicht eine Portion in der Regel, um drei Leute satt zu machen, hier ist es dagegen klein, dafür aber ebenso lecker.
Statt Nachtisch gab es bei uns am Ende Kaffee statt Nachtisch, der Espresso wurde dabei stylisch auf einer Schieferplatte serviert.

Der Service war sehr freundlich, bereit alles zu erklären, falls jemand anders als wir nicht weiß, was sich hinter den Gerichten versteckt oder wie man etwas isst. Dabei wird man schnell bedient und auch die Speisen werden in perfekter Zeitfolge serviert.

Außer uns waren viele Touristen im Laufe des Abends zurück, aber auch der eine oder andere Berliner, alle eher unter 40 und ein bisschen alternativ-szenig angehaucht.

Wir verließen das Sudaka ein bisschen zwiegespalten, es war alles sehr lecker, das Ambiente ist nett und der Service wirklich toll. ABER wer die Gerichte sonst in Brasilien isst, der wird zwar handwerklich überzeugt aber trotzdem ein bisschen in seinen Erwartungen enttäuscht, leider so wie meist, wenn man es in Deutschland mit Brasilianischer oder auch Südamerikanischer Küche zu tun hat. Vermutlich fehlen hier einfach die Wärme und Lebensfreude der Länder, um einen wirklich umzuhauen.

Aber lecker war es auf jeden Fall und das ist ja nicht gerade unwesentlich!

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