Donnerstag, 31. Oktober 2013

Primark in Berlin Steglitz - you get what you pay for

Es gibt Orte in Berlin, die haben ihren ganz eigenen morbiden Charme, ein bisschen wie bei einem Autounfall, eigentlich will man nicht hin aber irgendwie findet man sich doch immer wieder in den Räumlichkeiten wieder. Einer dieser Orte ist für mich eindeutig der Primark in Steglitz.

Ich kannte die Kette vorher aus England, wo sie an sich schon recht trashig ist aber für Accessoires durchaus ein modisches und günstiges Angebot aufweist.
Und da kommen wir zum für mich ersten absoluten Phänomen, das Primark hier in Deutschland und besonders in Steglitz geschafft hat. In UK trifft man mehr so auf absolutes Unterschichtenpublikum, die sich einfach nichts Teureres leisten können, wogegen hier bei uns tatsächlich Menschen aus allen Schichten glauben, ein günstiges Schnäppchen machen zu können. Kompliment, das nenne ich mal gutes Marketing! Es gibt einen regelrechten Primarktourismus von Menschen aus Städten ohne Primark, deren Berlinbesuch nicht perfekt ist, wenn sie nicht mit mindestens zwei randvolle halb angerissenen braunen Papiertüten den Laden verlassen. Für mich ein totales Phänomen, das sich Leute sowas für 3 Euro T-Shirts und 5 Euro Jeans antun, für die auch hier absolut gilt, you get what you pay for. Sprich, billige Klamotten, geschickt vermarktet und ich möchte lieber gar nicht erst wissen, wo und mit was die hergestellt werden.

Die Atmosphäre im Laden gleich ein bisschen einem überdimensionalem zweistöckigem Grabbeltisch, auf und in dem unzählige Menschen herumlaufen, die vor Betreten des Ladens ihren gesunden Menschenverstand und dazu gleich auch noch ihre guten Manieren abgegeben haben. Es wird geschubst und gedrängelt, egal ob jung oder alt, dazu werden Klamotten von den Tischen gerissen, Schuhe auf den Boden geworden und alles gleich bequem in die überdimensionalen Shoppingbehältnisse des Ladens gelegt, die richtig eingesetzt, auch als Waffe gelten können, wenn man sie der Shoppingkonkurrenz richtig in die Hacken haut.

Wenn man seine Ansprüche niedrig hält und weiß, was man hier kauft, dann kann man hier schon mal nette Dinge erstehen, so liebe ich z.B. die wunderbaren großen Teetassen, die im Kassenwartebereich angeboten werden und auch die Halstücher sind nett, wenn man sich nicht daran stört, dass man regelmäßig andere Trägerinnen in der Stadt trifft.
Denn hier gilt Masse, egal ob Accessoires oder Klamotten, das Angebot erscheint riesig, weil von jedem Stück nicht 10 sondern gleich 250 Teile bereit stehen.

Unschön finde ich den chemischen Geruch, der einen gleich umfängt, sobald man den Laden betritt, dieser ist besonders auffällig im Bereich der Handtaschen (natürlich NICHT aus Leder) und bei den genauso lederfreien Schuhen. Aber auch über der Kleidung schwebt und wabert die chemische Ausdünstung, die mir bei längerem Aufenthalt ein bisschen Kopfweh macht.

Das Personal ist hier schnell und effizient und eigentlich dauernd bemüht, das Chaos zu beseitigen, dass die kaufwütige Masse anrichtet, ein sicherlich nicht gerade leichter Job, dafür sind die Damen und Herren in der Regel aber bewundernswert freundlich.

Ein einziges Mal wollte ich Sachen anprobieren und stand dann mehr als 30 min an, um die Anprobe zu betreten. Die mitgenommenen Teile wurden abgezählt und wer mehr hatte, musste diese am Eingang abgeben und sich für eine weitere Anprobe wieder hinten anstellen. Für mich ein Grund, hier nie wieder etwas im Laden anprobieren zu wollen.


Und trotz all dieser Dinge, ertappe auch mich immer wieder plötzlich mitten in dem Laden, wenn ich in Steglitz unterwegs bin. Tief in meinem Inneren erhoffe vermutlich auch ich mir, hier irgendwann irgendwie mal ein Schnäppchen zu machen, was mich für all den Stress auf dem Weg dahin entschädigt. Und wir wissen ja alle, die Hoffnung stirbt zuletzt!

Freitag, 25. Oktober 2013

Shoeting - Schuhidylle in Berlin Schöneberg

Shoeting in der Akazienstraße – ein gaaaaanz gefährlicher Laden, seines Zeichens Schuhladen und etwas neuer davor an der Ecke auch als Klamottenladen am Ende der Goltzstraße, bevor sie in die Akazienstraße über geht.

Ich mag das kleine Geschäft, das nur aus zwei nicht zu großen Verkaufsräumen besteht. Durch 2 große Glasfenster kann man sonntags herrlich Schaufensterbummeln und an normalen Werktagen betritt man durch eine Glastür dazwischen den Laden und steht schon mitten drin. An den Wänden sind Regale voller Schuhe, überwiegend für Damen aber auch ein paar Exemplare für Herren. Darüber hinaus werden Handtaschen, Gürtel und Tücher angeboten.
Über eine kleine Treppe gelangt man in den zweiten Raum hinter dem Tresen, in dem die Sonderangebote auf potentielle Käufer warten.

Die angebotenen Schuhe passen immer zur Saison, ab Frühjahr gibt es mehr Pumps und Sandalen und ab Herbst mehr Stiefel und Stiefeletten. Dabei sind das meiste Lederschuhe und wirklich von guter Qualität. Es gibt alltagstaugliche stilistisch schlichte Exemplare genauso wie besondere Stücke mit dem gewissen Etwas, ich würde sagen, dass hier jeder etwas finden kann.
Einziges Manko, die hier angebotenen Marken (z.B. Brako, Vagabond usw.) haben ihren Preis, umso mehr lohnt sich immer ein Gang in das Sonderangebotszimmer. Auch die Tücher und Handtaschen sind nicht unbedingt als günstig zu bezeichnen, dafür sind letztere aber auch aus weichem schönem Leder und trendig schlicht.

Irgendwie herrscht in diesem Laden sowieso eine sehr angenehme schlichte Eleganz, vom Interieur über die Käufer und die angebotenen Waren, mit einem leichten Hauch Leder in der Luft, bedient durch sehr freundliche und wirklich immer hilfsbereite Verkäuferinnen, das hat schon ein bisschen was von Schuhladenidylle.

Die Verkäuferinnen waren bei mir bisher immer freundlich und zurückhaltend, Hilfe wird zwar angeboten, aber man darf auch alleine in Ruhe schauen, ohne dabei dauerbelagert zu werden.

Zwei Geschäfte weiter an der Ecke gibt es jetzt noch den passenden Kleiderladen, wo man die passenden Klamotten zu den Schuhen zu allerdings auch nicht ganz günstigen Preisen erwerben kann.

Ich mag Shoeting, denn ich mag schöne Schuhe, am liebsten aus Leder, bequem und elegant. Leider könnte ich hier immer etwas kaufen, weil der Laden viel zu oft genau meinen Geschmack trifft. Einer der Gründe, warum ich nicht immer eintrete, wenn ich vorbei komme, das wäre sonst einfach zu teuer.


Wer gute Schuhe zu schätzen weiß und dafür auch bereit ist, mehr als den Deichmann-Plastik-Schuh Preis zu bezahlen, der ist hier genau richtig und sollte unbedingt mal die Regale durchstöbern!

Mittwoch, 23. Oktober 2013

PitStop - Lost in Space oder Onlinetermine haben wir nicht!

Servicewüste Deutschland. Reifenwechsel steht an, meine "Provider" Filiale von Pit Stop wurde leider geschlossen, daher suche ich mir auf der Homepage eine andere nahe Filiale und entdecke die Möglichkeit für eine Online Terminvergabe. Schaue rein und ein kleines Wunder, es gibt noch freie Termine ab Samstag in 4 Tagen? Rufe dort ungläubig an, mir wird am Telefon als nächster möglicher Termin patzig der 21.11.2013 angeboten. Frage den Mitarbeiter, warum es Online schon ab Samstag geht. Nicht gerade freundlich ausfallende Antwort des Herren: "Online interessiert uns nicht, weil wir einen Papierplaner hier führen!"  - es ist aber auch zu ärgerlich, dass wir Kunden sowas nicht einfach wissen...

Unschön, wenn sich Management und Werkstatt so definitiv gar nicht einig sind, wie Kundenanfragen gehandhabt werden. Noch weniger schön, wenn das darüber-genervt-sein dann am Kunden ausgelassen wird. Und schade, wenn Ressourcen derart verschwendet statt genutzt werden.

Montag, 21. Oktober 2013

Asiatisch im COA am Potsdamer Platz in Berlin

Es ist schon ein bisschen her, da war ich mit einer Freundin bei COA am Potsdamer Platz. Damals hatte es mich nicht so wirklich überzeugt, dank fettigen geschmacklosen Essens, was nur entfernt an asiatische Küche erinnerte. Heute überkam mich der kleine Hunger am Potsdamer Platz und da ich gerade um die Ecke vom COA war, wollte ich dem Ganzen noch eine weitere Chance geben.

Es war kurz nach Mittag und der vordere Bereich des länglichen Restaurants, das sich direkt neben dem Vapiano befindet, war noch gut gefüllt, hinten waren die Tische leer, aber fast überall stand noch benutztes Geschirr drauf, der Service war aber frisch am Werk, Herr über das Chaos zu werden und ich fanden einen Tisch kurz hinter dem zweiten Eingang, in der Nähe der Bar.

Ich suchte mir auf dem Tisch die Karte und hatte binnen kurzer Zeit gewählt und beim freundlichen Service bestellt. Nach kurzer Zeit kam mein weißer Tee, stilecht in einem kleinen Kännchen auf einem Tablett. Den Filter nimmt man dann nach der gewünschten Ziehzeit selber raus, gute Idee!

Während ich auf mein Essen wartet schaute ich mir ein bisschen den Laden an. Das Design wirkt frisch, klar und ist asiatisch angehaucht ohne überladen zu wirken. Die Musik war ganz schön laut und dröhnte irgendwo über mir aus einem Lautsprecher, leider auch nicht in guter Soundqualität. In Kombination mit den Gesprächen der anderen Gäste wirkte das ein bisschen wie Mensa oder Urlaubsclub im Süden, hart an der Schmerzgrenze. Scheinbar empfand nicht nur ich das so, denn während ich am Essen war wurde die Musik leiser.

Die Essenskarte ist nicht riesig, aber dank einer pfiffigen Idee der Betreiber sollte für jeden etwas dabei sein. Viele Gerichte werden in einer Basisvariante angeboten, zu der je nach Geschmack Dinge wie Tofu, Huhn, Rind oder Garnelen gegen Aufpreis kombiniert werden können. Dazu gibt es Vorspeisen, Teigtaschen, Salate, Suppen und Desserts.


Ich entschied mich für das Phad Thai mit Huhn, was laut Angabe in der Speisekarte mit einer von drei Chilischoten gekennzeichnet wurde. Das essen kam schön heiss, mit den Nudeln in der Mitte und umrandet von Hähnchen, Röstzwiebeln, Sprossen und gerösteten Erdnüssen, quasi zum selber Mixen. Die Nudeln waren leider etwas zu weich, aber ansonsten deutlich besser als beim ersten Besuch, feinwürzig, nicht fettig und mit sehr zartem Hähnchen eine leckere Kombination.

Zum Essen stehen Stäbchen oder Besteck bereit und auf den Tischen stehen Soßen zum Nachwürzen.

Bereits während ich aß wurde sich höflich erkundigt, ob alles okay sei und kurz nachdem ich fertig war wurde gefragt, ob ich noch etwas möchte. Gutes Timing!

Das Publikum setzte sich aus Touristen und Leuten zusammen, die überwiegend beruflich am Potsdamer Platz zu tun haben. Viele von letzteren nutzen auch das scheinbar recht bequeme Take Away Angebot des COAs.

Heute war das Essen dort wirklich lecker, eindeutig eine gute Möglichkeit um am Potsdamer Platz nicht zu teuer zu essen. Auf Grund der mensaartigen Atmosphäre aber eher was für den Lunch im Kollegenkreis als das gemütliche Abendessen zu zweit.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Blundstone Schuh Shopping leicht gemacht bei Terra Australia

Ich liebe meine Blundstone Schuhe, das aktuelle Paar ist jetzt schon ein bisschen in Nutzung und sieht dafür noch recht gut aus, aber so langsam wird es Zeit für ein neues Paar. Mir ist beim Überlegen, ob neue Schuhe ja oder nein wieder eingefallen, wo ich die damals gekauft hatte, schnell mal gegooglet und siehe da, es gibt den Laden samt Onlineshop noch!

Ich kaufte mein altes Paar bei Terra Australia im Lagerverkauf und hatte Mühe, wirklich nur die Schuhe zu erwerben und nicht gleich noch viel mehr mitzunehmen. (okay, es gab noch ein Cap für meinen Mann, aber der hatte mich ja schließlich auch hingefahren…)
Ich glaube, dass der Schwerpunkt von denen eigentlich eher ihr Online-Shop ist, in dem es alles Mögliche zu kaufen gibt, was man so mit Australien in Verbindung bringt, aber ich wollte die Schuhe erstmal anprobieren und da wir eh regelmäßig in Braunschweig sind war der Weg dahin nicht so weit und der Preis für die Schuhe ziemlich gut.

Ich musste mich damals zwischen braun und schwarz entscheiden, am Ende wurde es schwarz. Die Stiefel selber sind unglaublich bequem, machen wirklich alles mit, egal ob Schnee, Eis oder Regen und sehen dabei noch gut aus, meine perfekten Allwetterbegleiter.

Und jetzt gab es ein paar neue Stiefel, diesmal in braun:

Der Preis lag damals so um die 130 bis 140, was sich absolut okay fand. Als ich mir jetzt überlegt habe, dass ich neue Stiefel gebrauchen könnte, habe ich in den Online Shop von denen geschaut und festgestellt, dass die Stiefel ein kleines bisschen teurer geworden sind, aber ich finde es noch okay.

Als ich mein altes Paar gekauft habe hatte ich vorher angerufen, ob jemand am Samstag beim Lagerverkauf sei, da ich nicht umsonst dort hinfahren wollte. Ich wusste was ich wollte und wurde damals von der Verkäuferin nett und kompetent bedient und sie erzählte mir beim Anprobieren von ihren eigenen sehr guten Erfahrungen mit den Boots.
Diesmal wusste ich ja schon, dass mir die 38 wirklich gut passt und habe mir daher ein neues braunes Paar Online bestellt. Hat alles gut geklappt, vom Bestellvorgang, über Versand bis hin zum glücklichen Paketempfang, kann ich also genauso empfehlen, wie den Lagerverkauf.

Das weitere Sortiment des Ladens umfasst alles Mögliche aus Australien, von Kleidung wie Wachsmänteln und Hüten über diverse Schuhe und Roadsigns bis hin zu Boomerangs. Bei den Roadsigns wurde ich fündig und konnte direkt noch ein Geschenk für eine Freundin mitbestellen.


Ich bin ja sonst nicht so für Onlineshops, aber in diesem Fall kann ich ihn sogar empfehlen, wenn man keine Lust hat, vor Ort hinzufahren oder das Glück hat, den Stand der Firma bei einer Messe anzutreffen. In meinem Fall war es vor Ort super nett und auch die Onlinevariante hat perfekt geklappt, so dass ich jetzt glückliche Besitzerin eines neuen Paares Blundstone Boots bin. Der Winter kann kommen, meine Füße bleiben trocken und warm!

Freitag, 18. Oktober 2013

Café Luise - Thürmann Bäckerei deluxe in Berlin Mitte

Das Café Luise, vorne ein Thürmann Bäcker und nach hinten ein gar nicht mal kleines Café direkt dabei. Das ganze befindet sich unweit der Charité in der Luisenstraße, schräg gegenüber vom Eisladen und um die Ecke vom Deutschen Theater, den Kammerspielen sowie dem Campus Mitte.

Es gibt zwei Eingänge, der eine führt direkt an den Bäckereitresen, der andere ins Café. Der Raum ist recht modern gestaltet, mit Tischen, Stühlen und Sitzecken mit verschieden farbigen Kunstledersesseln und einem kleinen Kamin am Ende. Bei gutem Wetter kann man auf dem Fußweg sitzen.

Am Bäckereitresen wird man in der Regel zügig und freundlich bedient, im Sortiment sind die üblichen Backwaren, von Brot über Brötchen bis hin zu Teilchen Kuchen und Torten sowie kalte und warme Getränke to go.

Am Cafétresen ist der Service lustiger Weise oft eher durchwachsen. Hier herrscht selfservice, das heißt jeder, der etwas will, muss hier antreten und seine Wünsche äußern und manchmal ist der Ton der Damen, die einen bedienen schon mal etwas rauer, gerade, wenn mehr los ist. Klar, die Kräfte haben dann auch echt viel zu tun, aber das schon leicht militärisch anmutende Verhalten passt nicht so recht zu einem Café.

Das Angebot umfasst alles, was es auch to go gibt, serviert, aber auf echtem Geschirr, leider dazu wenig stilvoll auf Plastiktabletts, die dafür aber immerhin wirklich praktisch sind, muss man doch alles selber heil auf den gewünschten Platz tragen.


Das Ambiente ist recht kühl, trotzdem ganz nett gemacht modern, ist halt kein Wohnzimmercafé, aber man sitzt besser als in den meisten anderen Bäckereien. Die Toiletten sind sehr sauber.

Das Publikum ist eine interessante Mischung aus Anwohnern, Leuten, die hier arbeiten, Touristen und Patienten der Charité samt ihren Familien, von jung bis alt. Gerade sonntags ist das Café das Highlight der Luisenstraße in diesem Bereich, haben doch viele andere Lokalitäten an diesem Tag zu.

Die Preise sind okay für das Gebotene, solide Bäckereiarbeit ohne Zierwerk und Besonderheiten, dafür essbar und durchaus lecker.
Den Kaffee finde ich persönlich nicht so gut, zu bitter, hier könnte man sich deutlich steigern, er ist gerade noch trinkbar.


Der Thürmann Bäcker und das Café Luise sind ein guter Anlaufpunkt für ein ordentliches belegtes Brötchen oder einen vernünftigen Kuchen, passt schon, und wenn man keine kulinarischen Hochgenüsse erwartet, dann ist man hier in guten Händen.

Montag, 14. Oktober 2013

Ein Hauch Brasilien in Berlin - das Sudaka in Schöneberg

Wir freuen uns immer, wenn in Berlin ein Restaurant Brasilianische Küche oder wenigstens Brasilianische Gerichte mit auf der Karte anbietet und versuchen dann, das Ganze zu probieren in der Hoffnung, ein bisschen Brasilien in Berlin zu finden.

Aus diesem Grund besuchten wir auch das Sudaka (in den ehemaligen Räumlichkeiten des Tapas y mas dos in der Goltzstraße), soll es hier doch Südamerikanische Spezialitäten in moderner Form geben. Die Zeitungskritiken waren recht gut, umso höher waren die Erwartungen.

 Das Wetter war gut und wir waren früh dran, daher hatten wir draußen noch die freie Sitzplatzwahl. Der Innenraum ist aber auch toll zum Sitzen, mit seinen verschiedensten Stühlen und dem modernen bunten Design und dem großen Tresen.

Parkplätze sind etwas schwer in dieser Straße zu finden, vielleicht daher besser mit den Öffis oder kieztypisch mit dem Rad anreisen.

Kaum das wir saßen, kam schon der Service mit der Karte und nahm unsere Getränkebestellungen auf, bei uns gab es langweilig Weizen mit und ohne Alkohol, aber wer mag bekommt hier auch Cocktails, die später an den Nebentischen wirklich gut aussahen. Die Karte ist nicht riesig, bietet aber durchaus interessante Gerichte.
Vorweg gab es vom Haus Süßkartoffel- und Bananenchips mit verschiedenen Dips, durchaus lecker und interessant im Geschmack.
Danach haben wir uns verschiedene Pasteten geteilt, die lecker, größentechnisch aber wenig mit den uns bekannten Originalen zu tun hatten. Daher war das Teilen weitaus schwieriger, als wir dachten.
Als Hauptspeise wählten wir zwei Mal den Burger des Hauses, der einen kleinen Tick größer hätte sein können, geschmacklich und von der Qualität her aber einwandfrei war. Dazu gab es knusprige leckere Pommes. Zwei weitere Esser teilten sich Picanha, Tafelspitz in Brasilianischer Zubereitung, scharf gegrillt und innen schön rosa und wunderbar zart und leicht holzig im Geschmack. Dazu hatten wir ganz traditionell Bohnen, Reis und gut gemachte Farofa (geröstetes Maniokmehl). Etwas anders als in Brasilien ist allerdings die Portionsgröße, in Brasilien reicht eine Portion in der Regel, um drei Leute satt zu machen, hier ist es dagegen klein, dafür aber ebenso lecker.
Statt Nachtisch gab es bei uns am Ende Kaffee statt Nachtisch, der Espresso wurde dabei stylisch auf einer Schieferplatte serviert.

Der Service war sehr freundlich, bereit alles zu erklären, falls jemand anders als wir nicht weiß, was sich hinter den Gerichten versteckt oder wie man etwas isst. Dabei wird man schnell bedient und auch die Speisen werden in perfekter Zeitfolge serviert.

Außer uns waren viele Touristen im Laufe des Abends zurück, aber auch der eine oder andere Berliner, alle eher unter 40 und ein bisschen alternativ-szenig angehaucht.

Wir verließen das Sudaka ein bisschen zwiegespalten, es war alles sehr lecker, das Ambiente ist nett und der Service wirklich toll. ABER wer die Gerichte sonst in Brasilien isst, der wird zwar handwerklich überzeugt aber trotzdem ein bisschen in seinen Erwartungen enttäuscht, leider so wie meist, wenn man es in Deutschland mit Brasilianischer oder auch Südamerikanischer Küche zu tun hat. Vermutlich fehlen hier einfach die Wärme und Lebensfreude der Länder, um einen wirklich umzuhauen.

Aber lecker war es auf jeden Fall und das ist ja nicht gerade unwesentlich!

Freitag, 11. Oktober 2013

Schnäppchen Shopping bei TK Max in Berlin Charlottenburg

Ich kannte TK Max aus recht netten Outlet Store aus England, in dem man eigentlich (oder sollte man besser sagen leider?) immer etwas findet.
Mittlerweile ist die Kette ja auch in Deutschland und sogar gleich mehrfach in Berlin vertreten. Die Filiale in der Wilmersdorfer Straße ist nicht die größte, hat aber trotzdem ein anständiges Angebot auf 2 Etagen.

Im Erdgeschoss befinden sich die Damenmode (von Kleidern über Hosen und Shorts bis hin zu Sportkleidung und Wäsche), die Damenschuhregale, der Kosmetik- sowie die Handtaschen- und Accessoiresbereiche (mit Schals, Tüchern, Schmuck, Sonnenbrillen etc.). Über die Rolltreppe geht es in den ersten Stock, wo die Herrenmode inklusive Schuhabteilung ebenso wie die Kindermode inklusive Kinderschuhe, der Reisetaschen- und Kofferbereich ebenso zu finden sind wie die Haushaltswarenabteilung.
Dabei sind alle Bereich recht dynamisch und haben ein zum Teil wirklich täglich wechselndes Angebot. Ebenfalls ist es saisonal stark wechselnd, so gibt es zur Weihnachtszeit immer ein riesiges Angebot an Kosmetik, ideal als kleine Geschenke. Neben den normalen Klamotten gibt es auch immer den Gold Label Bereich, in dem man Designermode zum günstigen Preis erstehen kann, allerdings fand ich bisher die Stücke meist recht gewöhnungsbedürftig.

Das Ambiente des Ladens ist praktisch und sachlich, hier geht es um den Outletverkauf und nicht um eine Wohlfühlatmosphäre. Aufgrund der schlichten Einrichtung findet man sich aber schnell zurecht, auch wenn die Kleidung meist ziemlich ungeordnet erscheint und man gerade gegen Abend oft vom Chaos der anderen Käufer umgeben ist, dass das Personal verzweifelt versucht zu ordnen. Oft liegen am Abend auch mehr Schuhe am Boden als noch im Regal zu finden sind.

Der Service kämpft für mich immer ein bisschen gegen Windmühlen, kaum haben sie ein paar Schuhe wieder im Regal reißt es jemand wieder raus und das Paar daneben auch. Im TK Max in Tegel geht es meist nicht halb so heftig zu wie hier. Dafür sind die zahlreichen Verkäufer wirklich nett und immer bemüht. Umkleidekabinen sind in großer Zahl vorhanden, so dass man hier in der Regel recht flott durch ist.

Der TK Max ist für mich kein Laden, in den man mit einer festen Kaufabsicht geht. Eher betritt man den Verkaufsraum und schaut mal durch, ob es etwas Interessantes gibt. Leider ist dies oft genug der Fall und oft bekommt man etwas auch wirklich zu einem angenehm günstigen Preis. Aber es lohnt sich genau zu gucken, denn nicht selten sind Dinge beschädigt oder die Preise für manche Teile sind nicht so günstig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen, daher auch hier den Kopf nicht am Eingang ausschalten.

Das Publikum im Laden ist recht International und beim Schlendern durch die Gänge kann man wirklich zahlreiche verschiedene Sprachen hören.

Der Kassenbereich ist super gut organisiert, so dass man sogar zur Hauptbesuchszeit meist recht flott dran kommt. Und ehe man sich versieht steht man mit diversen Tüten in den Händen auf der Wilmersdorfer Straße und wundert sich, was es nicht wieder alles Nettes gab!


Der TK Max ist nichts für zartbesaitete Gemüter oder Menschen, die beim einkaufen auch eine schöne Atmosphäre brauchen, aber mit ein bisschen Glück gibt es durchaus gute Schnäppchen, wenn man die Zeit hat, danach zu suchen!

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Zu Gast im Restaurant Keno in Berlin Charlottenburg

Berufsbedingt „musste“ ich zum Essen ins Keno am Olivaer Platz. Das Restaurant ist gar nicht mal klein, war mir aber bisher irgendwie nie wirklich aufgefallen, umso gespannter war ich was sich hinter der laut der Homepage „gehobenen Deutschen Küche“ verbergen würde.

Im Dunkeln wirkte der große helle Gastraum gemütlich und wurde mit warmem Licht ausgeleuchtet. Bei gutem Wetter kann man draußen Platz nehmen, ansonsten sitzt man innen in Sofaecken oder an Tischen und Stühlen. In der Mitte ist die Bar und hinten ein Teil der offenen Küche, wo man bei der Speisezubereitung zusehen kann. Für die Toiletten geht man nach ganz hinten durch, an der Küche vorbei, weshalb man ein bisschen aufpassen muss, nicht mit dem Service zusammenzustoßen.


Die für uns reservierten Tische waren stilvoll eingedeckt und machten neugierig auf das zu folgende Essen.

Wir waren in einer großen Gruppe hier, weshalb nicht á la carte sondern mit festem Menü gegessen wurde. Hier vorweg ein großes Lob, oft muss man trotzdem wirklich lange auf die Speisen warten, aber das Keno ist auch großen Gruppen gewachsen und schaffte es, die drei Gänge in perfekter Zeitfolge ohne zu lange Pausen zu servieren.
Der erste Gang war ein sehr leckerer Salat mit Kürbis, gefolgt von entweder einer zarten Maispoularde mit Ratatouillegemüse oder einer überbackenen Zucchini an Maispolenta, ebenfalls sehr lecker und geschmacklich wirklich gut gemacht. Highlight war aber der Nachtisch aus Quarkkeulchen mit Vanilleeis und Beeren. Alle drei Gerichte wurden toll angerichtet und waren auch visuell absolut gelungen. Auch die zum Essen angebotenen Weine passten sehr gut und die Aperitifs zu Beginn kamen gut an.

Der Service war ausgesprochen freundlich, schnell und professionell bis ins Detail, was bei knapp über 50 Gästen alleine in unserer Gruppe sicherlich eine Herausforderung darstellt, die mit Bravour angenommen und umgesetzt wurde.

Das weitere Publikum war ein bisschen typisch für die Gegend, ein kleines bisschen schicker als woanders, zum Teil auch ein bisschen zu jung gekleidet für das Alter, dafür aber recht entspannt und eher unauffällig.


Für uns alle war der Abend im Keno sehr gelungenen. Das Ambiente war angenehm, das Essen und die Getränken waren sehr lecker und der Service sehr gut. Gerade, wenn man mit einer großen Gruppe gut essen möchte, dann kann ich das Keno uneingeschränkt empfehlen. Denke aber, es ist auch gut für ein romantisches Abendessen zu zweit oder gemütlich mit Freunden wunderbar geeignet.

Montag, 7. Oktober 2013

Zuckerschock und Kaffeefreuden - der Cupcakeladen in Berlin Schöneberg

Es gibt so Cafés, da wollte man immer schon mal hin und irgendwie hat man es dann bisher doch nie bis dahin geschafft. So verhielt es sich mit dem Cupcakeladen, den wir nun aber endlich am Wochenende ausprobieren konnten.

Der Cupcakeladen befindet sich nur wenige Schritte von der Goltzstraße weg, so dass man ihn zwar eigentlich Dank des großen Logoschildes nicht wirklich übersehen kann, aber dafür muss man zur Seite gucken, ein Umstand, der uns das nette kleine Café immer wieder übersehen ließ. Diesmal sind wir aber abgebogen und betraten den Gastraum. Es standen zwar noch Tische und Stühle draußen, aber bei 10 Grad war uns das doch etwas zu frisch.
  
Der Innentraum ist ein bisschen wie ein kitschiger Kleinmädchentraum, mein Mann fands etwas fremd, ich dagegen klasse, Mädchen eben. 
Alles ist in Pastell und Weiß gehalten, dazu viele Cupcakebilder, Schildchen, ein paar Sitzmöglichkeiten und Cupcakebackaccessoires. Mittelpunkt ist natürlich der Tresen, in dessen Auslage man sich in aller Ruhe für eine der kleinen Köstlichkeiten entscheiden kann. Was es an Getränken gibt findet man auf einer großen Tafel dahinter.

Wir entschieden uns für Milchkaffee und Salted Caramel Cupcakes.
Der Kaffee war schön cremig, hatte ein klasse Aroma und war wichtig als Pendant zur Süße des Kuchens.
Das Cupcake war wirklich gut. Oft bekommt man ja einfach nur pappigen Rührteig mit süß-fettiger Creme, das war hier nicht der Fall. Der Rührteig war eindeutig Vanille und schön fluffig-saftig und die Creme war natürlich schon kräftig zuckrig und fettig, schmeckte aber wirklich bis zum letzten Bissen nach Salted Caramel und die Kombi aus Vanille und Creme war wirklich perfekt! Das einzige, was ich schade fand war, das ich nach dem einen Cupcake so supersatt war, das ich nicht noch einen probieren konnte, es gab noch ein paar spannende Sorten wie Schwarzwälder Kirsch, Schoko Kokos, irgendwas mit Beeren und…und…und…Tipp von uns, jeder einen anderen Cupcake nehmen, dann kann man einfach nach der Hälfte tauschen und weiter probieren!
Selbstverständlich kann man aber auch Cupcakes für zu Hause mitnehmen, die werden dann, wie wir sehen konnten, auch noch nett verpackt.

Während wir da waren war das Café gut besucht, es gibt auch nicht wirklich viele Plätze, so dass es eher klein und gemütlich ist. Fürs Klo muss man sich einen Schlüssel geben lassen und geht dann nach nebenan, das wird einem aber gut erklärt.

Der Service ist vielleicht nichts besonders schnell (am Samstag war eine Dame alleine für alles zuständig), dafür aber sehr nett und persönlich. Da warte ich gerne mal ein bisschen auf das bestellte, vielleicht auch eine Möglichkeit, sich mal ein bisschen zu entschleunigen.

Nachdem wir den Cupcakeladen nun endlich gefunden und ausprobiert haben war es sicherlich nicht unser letzter Besuch. Zwar ist es nicht ganz billig (2 Cupcakes und 2 Milchkaffees kosten knapp über 10 Euro), dafür bekommt man aber wirklich gute Qualität geboten und Cupcakes, die lecker und geschmacklich toll sind, so dass ich den Preis in Ordnung finde.


Ein perfekter Ort für Zuckerschock und Koffeineinnahme!

Freitag, 4. Oktober 2013

Cocktails mit Spreeblick - meisterschüler Galerie & Bar in Berlin Mitte

Ganz unvermutet nett ist die Bar & Galerie Meisterschüler in Mitte, die, wenn man nicht weiß, wo sie liegt, man auch gut mal übersehen kann. Wenn man sie aber findet, stellt sie eine sehr positive Überraschung dar.

Die Bar liegt auf der gegenüberliegenden Uferseite vom Melia Hotel, direkt an der Spree und über dem Grill Royal in bequemer Laufweite vom Bahnhof Friedrichstrasse.

Innen sitzt man auf zwei Ebenen und bei schönem Wetter direkt am Wasser draußen. Im Erdgeschoß ist der Tresen und im 1. Stock sitzt man auf bequemen Sofas und kann besonders abends die Aussicht genießen. Neben der Bar ist ein weiterer Raum, in dem wir aber irgendwie noch nie gelandet sind. An den Wänden befindet sich wechselnde Kunst, meist wirklich sehenswert.
Das gesamte Ambiente ist irgendwie toll, von den unverputzen Betonwänden, über die riesigen Fensterfronten bis hin zur sauberen und sehr stylischen Toilette im Mittelgeschoss. Schlicht und doch stylisch ohne kalt zu wirken.

Wir waren bisher immer abends zum Cocktails trinken hier. Die Karte ist umfangreich und das gebotene wirklich gut. Egal ob Standard oder Eigenkreation, bisher waren alle Drinks sehr lecker und gut gemixt. Preislich befindet man sich hier im soliden mittleren Barsegment für Berlin, absolut fair für die gebotene Qualität.

Der Service ist immer flott, freundlich und berät fachlich kompetent bei unentschlossenen Gästen. Genau so muss es sein.

Das Publikum fand ich bisher erstaunlich angenehm und genauso entspannt wie den Service. Keine Tourischwemme oder extreme Hipster, eher Leute, die auch gerne entspannt Cocktails trinken und mit nettem Ausblick reden wollten. Und wenn man unter der Woche kommt geht es fast schon gemütlich zu.


Für mich ist das Meisterschüler ein überraschend angenehmer Ort in einer Gegend, wo man sonst nicht wirklich stilvoll und bezahlbar Cocktails trinken kann. Perfekt für einen After Work Drink oder nach dem Besuch des Friedrichstadtpalastes.