Donnerstag, 18. April 2013

Lustig oder nicht - Quatsch Comedy Club in Berlin



Deutscher Humor hat für mich meist mehr Schatten als Licht, umso gespannter war ich, als ich dank Yelp letzten Sonntag den Quatsch Comedy Club besuchen durfte. Würde ich lachen können oder würde es eher eine mühsame lächelnde Quälerei werden?



Man findet den Quatsch Comedy Club unweit des Bahnhofs Friedrichstraße im Keller des Friedrichstadtpalastes. Man steigt die Treppe in die Tiefe und wird von peppiger Musik empfangen und von freundlichen Mitarbeitern an Kasse, Garderobe und Bar begrüßt. 19 Uhr sollte es los gehen und ab 18 Uhr war Einlass mit fast freier Platzwahl, wer mag kann sich wohl gegen Aufpreis bestimmte Plätze reservieren, wir nahmen im hinteren Drittel auf bequemen Stühlen Platz und hatten einen sehr guten Ausblick auf die kleine Bühne. 
Der Raum ist kitschig und glittert, aber es ist  trotzdem gemütlich und passt irgendwie hierher. Am Tisch wird man von flotten Damen bedient und kann Getränke und Kleinigkeiten zu essen ordern, die Preise sind erstaunlich fair.



Fünf und drei Minuten vor Start ertönte ein Gong und tatsächlich gingen pünktlich die Lichter aus und der Moderator des Abends betrat die Bühne. Mir war er völlig unbekannt, ebenso wie die vier an dem Abend auftretenden Comedians.



Der Moderator war recht unterhaltsam und bereits in seinen An- und Zwischemoderationen kam es das ein oder andere Mal zum Lachen. Der erste Comedian war ok, nicht zu lustig aber auch nicht schlecht. Nummer zwei wurde während seiner Nummer stetig besser und hatte was von einem knuffigen Bär, was vermutlich an seiner Waldorfschulnummer lag. Danach folgte eine Pause. Der Spaßmacher Nummer drei war für mich leider gar nicht lustig, Nummer vier wiederum umso mehr, seine Nummer war eine Mischung aus Genie und Wahnsinn und ich hätte ihm noch ewig weiter zuhören können, Briten wissen eben, wie man Spaß und Humor verbindet, ohne platt zu wirken.



Alles in allem ein unterhaltsamer Abend und eine positive Überraschung im Keller des Deutschen Humors. Von einem „nee, lieber nicht“ hat sich der Quatsch Comedy Club an diesem Abend zu einem „och, ja, kann man mal machen“ gearbeitet!

Montag, 15. April 2013

Zu Gast oder doch nicht zu Gast im Maredo Potsdamer Platz in Berlin


Manchmal erlebt man ja Dinge, auf die hätte man gerne verzichtet…dazu gehörte mein letzter Besuch im Maredo am Potsdamer Platz.
Eigentlich gehen wir hier immer mal wieder gerne ein leckeres Steak essen und normaler Weise sind wir dabei stets mit Essen, Trinken, Räumlichkeiten und Service zufrieden, aber gestern ging leider gar nicht.

Das Restaurant ist ein klassisches Maredo, recht groß mit reichlich Sitzplätzen im Innen- und Außenbereich, so dass man meist auch zu Hauptzeiten noch irgendwie einen Platz bekommt. Dazu gibt es sehr leckeres und in der Regel wie gewünscht zubereitetes Steak und andere leicht Südamerikanisch angehauchte Spezialitäten. Normaler Weise ist der Service flott, nett und kompetent.  Natürlich trifft man hier auf viele Touris, aber die Mischung ist ok und daher kann man hier auch als Berliner Essen gehen.

Gestern trafen wir so gegen 15 Uhr ein, wenige Plätze im Außenbereich waren besetzt und ebenso wenige im Innenbereich, die Hauptessenszeit war eben gerade vorbei. Wir betraten das Restaurant und normaler Weise wird man hier immer sofort von einem netten Kellner im Empfang genommen und wird platziert. Diesmal standen wir erstmal ein paar Minuten wie bestellt und nicht abgeholt herum, bis eine Kellnerin von außen rein kam und lächeln meinte, wir könnten und setzen, wo wir wollen. Bis dahin ließ sich keine andere Servicekraft blicken. Wir nahmen am Fenster platz und die nette Dame reichte uns die Karten, war danach leider aber anscheinen nicht mehr für uns zuständig, denn es passierte genau nichts. Für sage und schreibe 15 Minuten. Zwei Kellnerinnen liefen zwar in unserem Bereich herum, würdigten uns aber keines Blickes, räumten Tische ab und standen Richtung Küchenbereich redend herum. Wir dachten, okay, wenn die da fertig sind können wir bestimmt bestellen, aber nichts, statt dessen wurde weiter abgeräumt und dabei lautstark über eine Kollegin gelästert (über diejenige, die uns die Karte gegeben hatte???), ein für uns sehr unangenehmes und unprofessionelles Verhalten. Nach 15 Minuten wurden wir mit einem genervten Seitenblick bedacht, bevor sich die zwei Damen an einen Tisch hinter uns begaben, wo sich eine hinsetze und weiter gut hörbar über die Kollegin gelästert wurde. Für uns das Signal, doch nicht hier zu essen und zu gehen. Die Damen sahen dies und guckten nur kurz, eine Nachfrage, warum wir denn nun gar nicht mehr im Maredo essen wollten gab es aber nicht.

Mir ist klar, dass Kellnern ein extrem stressiger Job ist und man gerade nach der Hauptzeit auch mal eine kleine Pause braucht, aber bitte nicht mit deutlich hörbaren Verbalattacken gegen Kollegen vor Kunden, sowas geht gar nicht und für uns ein Grund das nächste Mal direkt ein anderes Steakhaus zu besuchen. Was ist hier mit dem tollen Service passiert?