Mittwoch, 13. März 2013

Kaffee im Double Eye in Berlin Schöneberg



Meinen ersten Bericht über das Double Eye habe ich vor 5 Jahren geschrieben und kennen tue ich es jetzt seit mindestens 10 Jahren, ein guter Grund, einfach mal zu überlegen, was sich seit dem so alles getan hat und ob es immer noch so gut wie damals ist!
ERREICHBARKEIT
Die Lage ist recht zentral, nicht nur in der Akazienstrasse, auch wer woanders in der Stadt wohnt hat keinerlei Anreiseschwierigkeiten, sind doch 2 U-Bahnstationen (Eisenacher Str. und Kleistpark) in bequemer Fußweite. Für Autofahrer gilt wie fast überall in Schöneberg, Geduld, dann findet man auch einen Parkplatz, aber besser mit bequemen Schuhen, der Weg könnte etwas weiter werden. Ich hatte Glück, ich musste früher nur ein Stück die Straße hinunter und schon stand ich direkt vor der Tür. Auch heute wohne ich nicht weit entfernt und erreiche daher meinen Lieblingskaffeedealer flott und bringe das jeweilige erwählte Getränk sogar noch heiß nach Hause.
Der Eingangsbereich war früher recht unscheinbar, damals gab es nur das Schild mit dem auffälligen Logo und einen einzigen Stehtisch vor der Tür. Heute ist das ganze etwas größer. Nicht der Coffee Shop an sich, aber draußen gibt es mittlerweile mehrere Holzbänke zum Sitzen, die bei gutem Wetter immer besetzt sind und meistens stehen auch so noch viele Leute mit kaffeebechern in der Hand davor, so dass man es eigentlich nicht mehr übersehen kann.
ATMOSPHÄRE
Damals wie heute ist das Double Eye ein kleines Stehcafe. Vorne tritt man durch die Tür und direkt vor dem einzigen Fenster ist ein länglicher kleiner Stehtisch und direkt dahinter ist schon der Barrista-Thresen. Links davon sind Regale voll gepackt mit Kaffee in diversen Formen und Sorten, mit Keksen und mit anderen Leckereien.
Die Atmosphäre ist trotz der Kargheit der Räumlichkeiten irgendwie wie bei den Nachbarn von nebenan, gemütlich und freundlich, und gerade im Winter schön warm und voller Leben.
KÜCHE gleich KAFFEE
Also eine große Küche haben die dort nicht, die Küche ist der Kaffee, wahlweise mit einem Stück Keks oder Kuchen gereicht. An Kaffee gibt es aber ein großes Angebot, von normal über Cortado bis zu Milchkaffee und anderen Dingen, immer nur aus Kaffeebohnen bester Arabica-Qualität, und das wiederum schmeckt man. Außerdem wird hier der Kaffee bis heute noch in Ruhe zubereitet. Wenn man den Laden betritt, dann fällt der Stress von einem ab und man wartet entspannt, bis das kleine heiße Schwarze wie gewünscht zubereitet wurde.
Mein Magen ist äußerst empfindlich bei Kaffee und mäkelt, sobald dieser nicht aus der besten Bohne ist, hier war er aber immer zufrieden, selbst, wenn ich mal keine Milch dazugetan habe, und das gilt bis heute, also schon über 10 Jahre.
Alle Kaffees gibt es im Glas oder Porzellan im Hause oder im Pappbecher zum Mitnehmen.
SERVICE
Entspannt, das ist eigentlich die richtige Beschreibung für das Personal im Double Eye. Früher bediente einer am Tresen und ich habe nie erlebt, das diese Person, und sei der Ansturm auch noch so groß gewesen, in irgendeiner Weise aus der Ruhe gekommen ist. Heute stehen meist 3-4 Leute hinter dem Tresen und der Ablauf ist perfekt durchorganisiert, weil einfach noch viel mehr Menschen hierher kommen als früher. Damals wie heute macht dies für mich einen großen Teil des Charmes aus, kein Stress eben. Und neben der ganzen Entspanntheit sind die Leute auch immer super nett und freundlich.
PUBLIKUM
Mixed, einfach jeder geht dahin, um sich einen Kaffee zu kaufen. Der coole Geschäftsmann steht in der Schlange vor dem verpennten Studenten, der sich wiederbelebt und dieser warten hinter der Mutti, deren 2 Kinder gerade den Laden neu ordnen. Alle sind locker und freuen sich auf ihren leckeren Kaffee. Typisch Schöneberg eben. Mittlerweile ist das Publikum auch recht international, ebenso wie die Angestellten.
BUDGET-FREUNDLICHKEIT
Okay, auf jeden Fall billiger und deutlich besser als bei so komischen Starbucks Läden, wo es immer viel zu voll und nicht wirklich lecker ist.
Der Cortado kostet vor 2 Jahren immer irgendwas mit 2 Euro, was ich absolut in Ordnung fand. Heute zahlt man für einen großen Latte was mit 2,90, immer noch sehr moderat, vor allem für die leckere Qualität, die man dort bekommt. Wenn man sich Kaffee für zu hause kaufen möchte, dann gibt es im Angebot alles von billig bis super teuer, eben ganz nach Geschmack und Geldbeutel.
MUSS MAN?
Och, eigentlich schon, zumindest, wenn man in Schöneberg wohnt oder übernachtet, es gibt einfach am Morgen keinen besseren Wachmacher als einen schönen schwarzen heissen Cortado, der von einem entspannten Barrista mit einem milden Lächeln auf den Lippen gezaubert wurde. Zumindest nicht für mich! Und am Nachmittag hat ein großer Latte schon so manchen kreativen Geist wieder zum Laufen gebracht.
Ich gebe zu, für mich macht man im Double Eye nach wie vor den besten Kaffee Berlins!

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