Sonntag, 22. Mai 2011

Eine Klosterruine mit Atmosphäre



Brandenburg hat viele schöne und entdeckenswerte Seiten, alte Städte, riesige Naturschutzgebiete und auch das eine oder andere sehenswerte alte oder junge Bauwerk.

Ein durchaus besuchenswertes altes Kloster findet man nördlich von Berlin, in der Nähe von Eberswalde, das Kloster Chorin, teils erhaltenes Bauwerk und teils liebevoll restaurierte Ruine.

Von Berlin aus erreicht man Chorin am einfachsten mit dem Auto auf der Autobahn Richtung Prenzlau über die Ausfahrt Chorin und folgt dann der Beschilderung. Gleich am Ortseingang gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz, von dem aus man das Kloster mit einem kleinen Spaziergang durch einen Park erreicht. Aber auch per Regionalbahn bis Chorin kommt man aus Berlin zum Kloster.

Den Park und die Außenanlagen kann man kostenlos besuchen, um in den ummauerten Klosterbereich zu kommen wurde für uns aber ein Eintrittspreis von 4 Euro pro Person fällig, der sich meiner Meinung nach aber lohnt. Wer möchte, der kann auch an Führungen teilnehmen, was wir aber nicht taten.

Wir besuchten das Gelände zu keiner besonderen Veranstaltung und unterhalb der Woche, dann ist es nicht so überlaufen und man kann die fast schon mystische Atmosphäre des Geländes spüren.

Den Eintritt entrichtet man in einem kleinen Raum, in dem es auch Spezialitäten der Region, Postkarten und Infomateriale gibt. Im gleichen befinden sich die Toiletten. Tritt man aus dem Kassenraum so fällt der Blick auf die Gesamte noch erhaltene Klosteranlage, die mich sehr beeindruckt hat, wie sie so leicht bergan in der Sonne lag.
Die meisten Räume sind frei zugänglich, wie z.B. der alte Heizkeller, die ehemalige Klosterküche und das zu einer Seite leider offene Kirchenschiff. Zum Teil sind die Räume beschriftet, zum Teil muss man sich selber zusammenreimen, was dort einmal passiert ist. Ich hätte es schön gefunden, wenn in dem Räumen noch mehr zum ehemaligen klösterlichen Leben geschrieben worden wäre, derzeit sind aber viele einfach nur leer und es braucht viel Phantasie um zu erahnen, was dort einmal stattgefunden hat.
In einigen Bereichen befinden sich Sonderausstellungen. Bei unserem Besuch erfuhren wir so Dinge über Kräuterkunde, die Geschichte der Krankenpflege im Kosterleben und eine große Ausstellung im Keller unter der Küche zur Herstellung von Baumaterialien wie Ziegeln und Verzierungen der alten Bauwerke.
Besonders beeindrucken fand ich das große alte Kirchenschiff, das zur Hofseite hin offen ist, wo auch eines der alten Klostergebäude komplett fehlt. Heute werden in dem Kirchenschiff in der warmen Jahreszeit Konzerte veranstaltet und es ist voll nummerierter Bänke und trotzdem oder gerade deswegen äußerst imposant. Verzierungen sind leider nur noch hier und da am Mauerwerk sichtbar, zu lange verfiel es vor sich hin.
Am schönsten ist der Blick nach allen Seiten, wenn man im ehemaligen Innenhof steht und alles in Ruhe auf sich wirken lassen kann oder aus einem der alten Bogengänge Richtung Wald den kleinen Hügel hinunter schaut. Das hat eine fast schon meditative Atmosphäre und man kann sich richtig vorstellen, wie früher das klösterliche Leben stattgefunden hat.

Wir durchstreiften in aller Ruhe die Räumlichkeiten und ließen alles auf uns wirken. Am Ende machten wir noch einen Spaziergang einmal um das alte Klostergelände herum. Dabei stößt man im Park auf eine weitere allerdings leider sehr heruntergekommene Steinruine, auf den malerischen alten Friedhof und bemerkt, wie groß die Kirche und das alte Kloster einmal waren.

Ich war überrascht, wie schön die Ruinen und das ganze Anwesen sind und kann jetzt umso besser verstehen, warum hier regelmäßig Mittelaltermärkte und besinnliche Konzerte in den frühen Abendstunden veranstaltet werden, denn dafür scheint dieser Ort wie geschaffen.

Am Ende besuchten wir die benachbarte Klosterschänke in einer renovierten Scheune, was einen schönen Abschluss des Nachmittags bildete.

Ich würde einen Besuch jedem empfehlen, der sich für alte Klöster und einfach schöne Orte interessiert oder für Berlinbesucher, die gerne ein paar Stunden raus aus der Stadt wollen.