Mittwoch, 30. September 2009

Bäumchen wechsel dich!

In Deutschland wird es bald kälter, jahreszeitlich wie auch politisch. Passend zu den grauen Wolken und kürzeren Tagen hat die Regierung gewechselt, Zufall?

Freitag, 4. September 2009

Wie ich lernte, die Hausverwaltung zu hassen

Als normaler durchschnittlicher Mensch ahnt man nichts böses, wenn man umzieht und die Wohnung von einer Hausverwaltung betreut wird. Auf schmerzhafte Art und Weise lernen wir derzeit, dass man diese Hausverwaltung auch nicht mögen, ja sogar hassen kann.

Wir zogen letztes Jahr in unsere Wohnung, damals vermittelt durch eine Maklerin und auf den ersten Blick eine super Wohnung, in der Lage, wo wir etwas gesucht haben. Wir hätten auch noch zwei andere Wohnungen beziehen können, doch leider ließen wir uns blenden und entscheiden uns für dieses Objekt.

Kurz nach dem Einzug sah man erste Mängel, die aber eigentlich alle halb so wild waren, die war aber artigen bei der ersten Hausverwaltung meldeten, alles Baumängel, da Wohnung frisch saniert. Unsere wurde nach kurzer Zeit ein Bautrupp vorbeigeschickt, der manches behob und anderes freundlich formuliert, verschlimmbesserte. Die Kommunikation mit der ursprünglichen Hausveraltung verlief aber stets freundlich und man fühlte sich gut betreut. Nach einer zeit wurde uns Mietern mitgeteilt, das jetzt eine andere Hausverwaltung übernommen hatte, die genauso hieß wie der Eigentümer des Hauses. Okay, dachten wir, wenn die nun am Ruder sind, dann werden jetzt bestimmt alle Mängel behoben! Falsch gedacht, wir erlitten eine massive Ameisenplage in Küche und Bad, bei der uns nach sage und schreibe 4 Wochen doch noch ein Parasitenbekämpfer geschickt wurde, der aber nur lapidar ein paar Dosen Bekämpfermittel daließ, die nicht wirkten. Mit eigenen Ameisendosen gelang es uns dann, die Plage zu beseitigen.

Im Winter fiel einige Male die Heizung aus, besonders gerne am Wochenende und wir durften dann für ein oder zwei tage in der Kälte sitzen. Stellung zu den bei uns noch vorhandenen Mängeln nahm die Hausverwaltung auch nicht. Über den Winter sammelte sich immer mehr Müll im Hinterhof an, darunter auch eine Couch, die eines schönen Morgens die Schlafstätte eines Penners darstellte. Kein Wunder, wenn man den Hof vermüllen lässt und sich keiner um die Reparatur der Schlösser kümmert.

Richtig schlimm wurde es dann im Frühjahr. Im April hatten wir plötzlich Ameisen in der ganzen Wohnung und konnten die Küche für fast 8 Wochen nicht benutzen, weil der Boden schwarz vor Ameisen war. Die Hausverwaltung war erst freundlich und wollte uns Hilfe schicken. Nach wartenden 4 Wochen, wo uns niemand kontaktierte oder half, setzten wir der Hausverwaltung enttäuscht eine Frist zur Behebung der Mängel und der Ameisenplage. Dies war zwar alles noch nicht schön, hielt sich aber noch in grenzen, denn danach sollte alles noch viel schlimmer werden. Auf unser Schreiben erfolgten weder ein Anruf noch ein Brief, es wurde schlicht und einfach ignoriert, so dass wir uns auf die Suche nach einem Anwalt machten. Mitmieter waren bereits wegen der Hausverwaltung bei einer Anwältin, an die auch wir dann unsere Probleme übertrugen. Kurze Zeit später kontaktierte uns, fast 8 Wochen nach Meldung des Ameisenbefalls, plötzlich eine Schädlingsbekämpfungsfirma und es stellte sich heraus, das sie am Tag davor ein Fax mit dem Auftrag bekommen hatten, auf dem die Hausverwaltung aber, um so zu tun als ob, vorher ein anderes Datum geschrieben und durchgestrichen hatte. Laut der Firma war es aber das erste Fax, was sie erreichte. Ab diesem Moment namen dann die Lügen von Seiten der Hausverwaltung ihren Lauf.

Der Schädlingsbekämpfer erschien und konnte mir binnen Sekunden alles zu der Ameise und ihren Angewohntheiten erzählen. Was uns die beiden Jahre heimgesucht hatte, war der Hochzeitsflug von Ameisen, die in den Holzträgern unseres Bodens leben würden und der würde immer von April bis Juni gehen, was ich nach unseren Erfahrungen bestätigen konnte. Und das würde immer so weiter gehen, sagte er, bis man per Endoskopie das Nest finden und beseitigen würde. Ich bat ihn, dies auch der Hausverwaltung mitzuteilen, was er als selbstverständlich bejahte. Euphorisch dacht eich, jetzt würde alles gut werden, aber mitnichten. Es erfolgte, wie auch nicht anders zu erwarten zunächst keine Reaktion der Hausverwaltung, aber 4 Wochen später wurde ich plötzlich in einem Schreiben an die Anwältin der Lüge bezichtigt, da alles angeblich nicht wahr wäre und die Firma es ihnen ganz anders erzählt hätte. Völlig irritiert rief ich bei der Schädlingsbekämpfungsfirma an, die mir zunächst keine Information erteilen wollten, ich dachte schon an Bestechung etc., doch kurze zeit später rief mich die nette Dame an um mir mitzuteilen, dass sie noch gar nichts an die Hausverwaltung geschickt hatten und dies erst jetzt getan haben und natürlich die Ameisen noch da wären, wir keine Schuld hätten, der Flug jedes Jahr erfolgen würde und sie auch auf jeden Fall eine Endoskopie empfehlen würden. Aha, ich war baff, da hatte doch die Hausverwaltung einfach gelogen in dem Schreiben und falsche Dinge behauptet. So was wäre für mich bis vor einem Halben Jahr noch völlig unvorstellbar gewesen, das uns jemand etwas derartiges unterstellt und auf solche Lügereien zurückgreift, aber ich fiel hart auf den Boden der Realität.

Wie es dann so ist, wenn etwas passiert und schlecht ist, kommen noch andere Dinge dazu. Fast gleichzeitig mit dem Ereignis trat plötzlich Wasser aus unserem Badezimmerboden nach dem Duschen und der Putz der Fliesen lockerte sich. Erschrocken rief ich die Hausverwaltung an, dachten wir doch an einen Wasserrohrbruch. Es kamen der Hausmeister und jemand von einer Gas-Wasser-Installateurfirma. Beiden gaben Entwarnung bezüglich des Rohrbuches mussten aber feststellen, das der ganze Badezimmerboden durchfeuchtet war. Um das zu beheben und zu reparieren müsste das Badezimmer raus und wir für etwa 4 Wochen woanders hin. Okay, soweit so gut. Im Gespräch mit Hausverwaltung trafen wir nur auf eine Wand aus Ignoranz, als Ersatz (wir wohnen in 85 ruhigen qm) wurde uns eine 40 qm große Wohnung in lauter Lage angeboten. Im Folgegespräch mit der Anwältin wurde beschlossen, der Hausverwaltung einen Umzug auf deren kosten vorzuschlagen, damit sie dann in Ruhe renovieren könnten und uns nicht das Hotel oder die Ersatzwohnung inklusive ein- und Rückzug bezahlen müssten. Dies wurde schnell von der Hausverwaltung als unverhältnismäßig eingestuft, sicherlich wäre das Badezimmer auch in kürzerer Zeit zu renovieren. Auch die Mietkürzung wegen des Bades wurde als unhaltbar bezeichnet, schließlich wären wir ja nicht eingeschränkt, sollten aber laut Firma am besten nicht mehr die Dusche benutzen. Diese Logik ist leider für mich nicht nachvollziehbar und auch unsere Anwältin hielt an der Mietminderung fest. Nach sage und schreibe 4 Wochen kam der als schnell angekündigte Versicherungsvertreter mit Handwerkern. Der Badezimmerschaden wurde geprüft und man kam zu dem gleichen Ergebnis wie die ersten beiden Handwerker. Im laufe der Diskussion wurde der Vertreter plötzlich ganz freundlich und meinte, ob wir denn schon bei unserer Hausratsversicherung angefragt hätten, ob die unsere Umsiedlung bezahlen würden? Ich dachte, ich höre nicht richtig, er wollte mich tatsächlich zum Versicherungsbetrug anstiften? Und wenn ich bei der gleichen Versicherung wäre könne er sich um alles kümmern…irritiert fragte ich ihn, ob er mich übervorteilen wolle, woraufhin er ganz ruhig wurde. Am ende des Besuches wurde mir versichert, das die Versicherung den Schaden übernehmen würde und man nur noch klären müsste, wann wir raus wären, damit die Baufirma übernehmen könnte. Super dachten wir, jetzt geht es bald los. Doch wieder falsch gedacht, statt dessen wechselten weiter unschöne und mit Unterstellungen und Lügen gespickte Schrieben von der Hausverwaltung zu unserer Anwältin, bei der mittlerweile noch zwei weitere Mitmieter sind.

Der Schaden im bad wurde immer schlimmer, denn der Forderung, die Dusche nicht zu benutzen kann man leider gerade im Sommer nicht gut nachkommen. Nach und nach sackte der Estrich samt Fliesen weiter ab und die ersten Fliesen brachen in scharfe Scherben auf. Weder Versicherung noch Hausverwaltung teilten uns mit, wann endlich jemand den Schaden eindämmen oder beheben würde. Stattdessen rief plötzlich der Hausmeister der Hausverwaltung an, er wolle bei uns mal die losen Kacheln entfernen. Wir erklärten ihm , was wirklich dahinter steckte und er war sprachlos. In der gleichen zeit erhielt unsere Anwältin aber auch ein Schreiben, in dem uns unterstellt wurde, wir würden anfallende Arbeiten verhindern, worauf hin sich uns die frage stelle, was für Arbeiten? Da sich außer dem Hausmeister niemand bei uns gemeldet hatte, um irgendetwas zu beheben. 3 Tage kam der Hausmeister, entfernte 4 der lösen Kacheln und brachte auf den feuchten Estrich eine feuchte Spachtelmasse auf, die bis heute fast 4 Wochen später, noch nicht getrocknet und stattdessen von schwarzem Schimmel durchzogen ist. Immer Kacheln lockern sich und brechen und immer mehr Wasser sickert in den Boden ein. Daher fragten wir heute nach, warum nicht endlich etwas unternommen wird. Die Antwort der Hausverwaltung, von der übrigens bis heute noch niemand vor Ort den Schaden inspiziert hat war unglaublich. Wir würden schließlich der Firma den Zutritt verweigern und bräuchten uns daher auch nicht wundern, wenn nichts passieren würde. Welche Firma? Was würden wir? Kurzerhand rief ich den Versicherungsvertreter an, der dies angeblich behaupten würde. Leider war ich nicht ganz sachlich, er erzählte mir aber trotzdem, dass angeblich jemand von der Firma, die den Schaden beheben soll, bei uns angerufen hätte und wir uns verweigert hätten. Aha, bis heute haben wir mit niemandem von irgendeiner Firma über eine Schadensbehebung gesprochen und ich wurde wütend, denn meiner Meinung nach wäre diese Lüge fast eine Verleumdung und das nach der Anstiftung zum Versicherungsbetrugs von seiner Seite langsam aber sicher genug Straftaten in spe für einen Versicherungsvertreter. Mit dem üblichen Blabla speiste er mich ab und wollte sich darum kümmern, schauen wir mal. Das schönste war aber ein Satz der Hausverwaltung in dem uns mitgeteilt wurde: Dass es der Hausverwaltung und vor allem auch dem Eigentümer völlig egal sei, was aus uns werde, egal ob wir umziehen, Mete mindern oder auf dem Schaden sitzen bleiben. Dieser Satz machte mich wahnsinnig wütend und ist aber eigentlich auch wieder so selbsterklärend, dass man ihn für sich sprechen lassen kann.

Ich habe im letzten halben Jahr viel gelernt, nämlich, dass ich ein naiver, gutherziger Mensch bin, der prinzipiell immer an das Gute glaubt, egal ob in Menschen oder Firmen und der jetzt vor Augen geführt bekommen hat, wie so etwas ausgenutzt und missbraucht werden kann. Der Gutglaube hat sich nun aber in blanken Hass entwickelt, der mich auffrisst, mir Magenschmerzen und schlaflose Nächte beschwert. Die Hausverwaltung versucht aus uns, den Geschädigten die Schuldigen zu machen und schreckt dabei zur Wahrung des eigenen Vorteils vor nichts zurück. Oft haben wir in letzter Zeit gedacht, hätten wir das nur gewusst, so bleibt uns aber nichts anderes übrig als uns ein dickes Fell zuzulegen und mittels Augen zu und durch eine Lösung zu finden, die, wie wir schmerzlich lernen durften, nur ein alsbaldiger Umzug aus der eigentlich schönen Wohnung bringen wird. Wir werden sehen, was die neue Woche bringen wird und die Hausverwaltung kann Stolz auf sich sein, hat sie mir doch beigebracht abgrundtief und aus tiefstem Herzen zu hassen. Fraglichen Herzlichen Glückwunsch!