Freitag, 10. April 2009

In der U-Bahn

Ich steige in die U-Bahn, erstaunlicher Weise umfängt mich diesmal nicht der übliche Muff aus Rauch, kaltem Kaffee, Schweiß und anderen Ausdünstungen, sondern ein herber Hauch Frühling, sprich ein wirklich wohlriechender Duft eines Männerparfüms. Komisch denke ich mir und setze mich. Meine Augen wandern durch den Wagen, wer duftet hier bloß so gut? Als letztes schaue ich mir meinen direkten Banknachbarn an und siehe da, von dort kommt er der Frühling und auch sonst hat er einiges zu bieten. Zu schwarzen Doc Martens Stiefeln trägt er eine kurze Nadelstreifenhose, die schwarzen Strümpfe akkurat bis zu den knien empor gezwungen. Unter dem passenden Nadelstreifenblazer blitzt ein weißes Hemd hervor und dazu eine schmale salopp gelockerte Krawatte und an den Händen schwarze Handschuhe, die die Finger frei lassen. gekrönt wird alles von einem schwarzen Bowler, darunter ein Kopftuch und ergänzt mit einer schwarzen Designerbrille. Und als Must have ein schmaler eiserner Spazierstock. Wow, denke ich mir, das ist mutig und trotzdem irgendwie stilvoll, eigentlich direkt einem Modemagazin entsprungen und dank der Ausstrahlung des Trägers war alles irgendwie passend. Bis zu dem Moment, wo ich meinen Blick auf die Lektüre dieses vermutlich 30 jährigen Fashionvictims gleiten ließ. In seinen Händen fanden sich weder die Vogue, Elle, GQ oder ein ähnliches Heft, nein, er lass die BRAVO und ich schmunzelte in mich hinein und dachte mir, manche Dinge sind eben doch eigentlich ganz anders, als man erwartet und freute mich über die Spontanität des alltäglichen Lebens!

Kommentare:

HHbarflyBLN hat gesagt…

Schöner kleiner post.
Cool, so ist es nun mal.... Das Leben.
Wie eine Schachtel Pralinen.....

Saphena hat gesagt…

Dankeschön und ja, Du hast recht, die Schachtel Pralinen trifft es perfekt, was schönes, was leckeres, was zum auspacken und was enttäuschendes :)