Montag, 30. März 2009

Stadtgesichter

Wir sitzen bei McDonalds, am Nachbartisch genießt eine Obdachlose einen ein Euro Kaffee und wärmt sich erfreut die kalten Hände am warmen Becher, ein verträumtes Lächeln im Gesicht. Ein weiterer Obdachloser betritt das Restaurant und durchstöbert am Nachbartisch die Essensreste, findet einen halben Cheeseburger, den er begeistert hinunterschlingt. Die obdachlose Kaffeetrinkerin pöbelt daraufhin verächtlich: "Man, man, man, ist der fertig, wenn der noch nicht Mal nen Euro für nen Burger übrig hat". Wir gucken uns an und jeder denkt sich seinen Teil und der obdachlose Essenssucher schaut die Kaffeetrinkerin irritiert an, zuckt mit den Schultern und verlässt zufrieden kauend den McDonalds.

Donnerstag, 19. März 2009

Gute Gründe, nach Rio zu fahren

Es gibt hunderte wunderbarer Urlaubsziele und jeder wird es woanders am schönsten finden, das ist klar, aber hier meine ganz persönlichen guten Gründe, warum Rio de Janeiro für mich ein wunderbares Urlaubsziel ist!

1. Das LICHT: Sofort, wenn man aus dem Flieger klettert merkt man es, Rio ist heller, heller als Deutschland, egal, ob im Sommer oder Winter, alles strahlt und jegliche Müdigkeit verschwindet fast wie von selber, daher aber auch die Sonnebrille nicht vergessen!

2. Die SONNE: Wenn man sich auf etwas in Rio verlassen kann, dann die Sonne. Auch wenn es mal einen Schauer oder das eine oder andere Gewitter gibt, die Sonne läßt sich nicht unterkriegen sonder scheint tapfer dagegen an. Daher ratsam, ein guter Sonnenschutz, als blasser Europäer ist da 60+ zu empfehlen und keine Sorge, man wird trotzdem braun!

3. Das MEER: Das Meer ist von sanft bis stürmisch alles, je nach Tagesform, aber vorallem wirkt es immer wudnerschön, wie es sich im Sonnelicht türkis bis blau funkelnd bricht und mit aller Kraft an den Strand schlägt. Außerdem sind die Wellen als Geräuschkulisse wohl das schönste Schlaflied, was einem geboten werden kann.

4. Das ESSEN: Wer hier nicht satt wird, der ist wirklich selber schuld. Egal ob köstliches reifes Obst, leckeres Pizza oder feines Sushi, zartes gegrilltes Fleisch oder frischer Fisch, hier gibt es wirklich etwas für jeden und das gleich noch in Hülle und Fülle. Zu empfehlen ist es, mutig zu sein und alles angebotene zu probieren, schmeckt nicht gibt es eignetlich nicht.

5. Das TRINKEN: Nein, das Leben hier besteht nicht nur aus Caipirinha, auch wenn es diese hier in allen nur erdenklichen Sorten und mit diversen Alkoholica im Angebot gibt und man sie natürlich umbedingt probieren sollte, sondern es gibt auch aromatischen Kaffee, gutes kühles Bier, leckere Guaraná, Fanta Traube und erfrischenden Mate Tee in diversen Sorten. Nur eines sollte man nicht umbedingt trinken, das Leitungswasser, da ist zu viel Chlor drin!

6. Die MENSCHEN: Rio ist kunterbunt, wenn es um die Bevölkerung geht und trotzdem stechen wir Touristen immer hervor, egal, wie braungebrannt und gut getarnt wir durch die Straßen wandeln. Macht aber nichts, man wird trotzdem immer freundlich behandelt, wenn man selber freundlich ist und Sprachschwierigkeiten werden mit einem Lächeln und ein paar erklärenden Gesten einfach hinweggezaubert.

7. Die NATUR: Egal ob im Parque de Tijuca oder direkt vor der Haustür, Rio lebt und hat sich immens viel Natur in der Stadt bewahrt. Morgens begrüßt einen der Kolibri, der sein Bad im bereitgestellten Schüsselchen nimmt, die Schmetterlinge kreuze den Weg und in den Straßen spenden riesige tropische Bäume willkommenen Schatten. Es ist wirklich erstaunlich, wie grün diese Stadt ist.

8. Der VERKEHR: Wer bisher dachte, das morgendliche Chaos in Berlin oder alltägliche Wahnsinn auf den pariser Straßen wäre heftig, der sollte einmal in seinem Leben versuchen, in Rio de Janeiro Auto zu fahren und dabei ruhig zu bleiben. Geht nicht, von daher lieber fahren lassen und sich entspannt zuurücklehgnen, während es um einen herum hupt! Erstaunlich ist, wie wenig Unfälle passieren.

9. Die VERWALTUNG: Die brasilianische Verwaltung ist eine Katastrophe und trotzdem liebenswert, da sie einen lehrt, wie schön einfach und simpel man es zu hause mit der heimischen Verwaltung hat. Hier wird man von A über M nach Z geschickt nur um dann zu erfahren, das doch A der richtige Ansprechpartner ist, der nur dieses beim letzten Mal nicht nicht wußte. Fragen? Besser nicht!

10. Die FAMILIE: Komme was wolle, auf eines kann man sich in Rio immer und überall verlassen, so man eine hat, auf die Familie. Sie ist immer für einen da, paßt auf einen auf und zeigt einem die wunderbare Stadt aus Perspektiven, die einen einfach nur sprachlos vor Erstaunen machen. Auch nicht zu vergessen sind all die anderen Menschen, die man hier kennen lernt, und die einen mit offenen Armen empfangen!

Und wem diese Gründe immer noch nicht für einen Besuch dieser wunderbaren Stadt reichen, der muss einfach selber einen Flug buchen und schauen, was ihn am meisten davon überzeugt, vor Ort, live und in Farbe!!!!

Mittwoch, 11. März 2009

Masochisten würden Air France fliegen

Heute morgen sind wir in Rio, der wunderbaren cidade maravilhosa, angekommen und der erste Gedanke beim Verlassen des Flugzeuges war nur "Wo ist der nächste Chiropraktiker in Ipanema?". Ich bin bis auf Hola Airlines noch nie in meinem Leben mit so klapprigen Maschinen geflogen. Bereits das Flugzeug, das uns von Hamburg nach Paris flog machte Geräusche, als würde es gerne nicht mehr fliegen wollen und auch der Pariser Airport konnte uns mit seinen völlig überteuerten Preisen sowie der zugigen Wartehalle nicht wirklich überzeugen. Alles zwar schick, aber irgendwie auch ganz schön unpraktisch, ähnlich wie die Mode der in der Wartehalle vertretenen Designer. Die richtige Ernüchterung traf uns dann aber beim Betreten der Boeing 747, die uns nach Rio fliegen sollte. Nur kurz blieb die Freude, mal mit diesem zwei geschossigen Relikt zu fliegen, ganz genau bis zu dem Moment, als wir uns setzen mußten. Die sitzen war unglaublich, eng, klein und vorallem unbequem!!! Außerdem, keine Spur von Entertainment am Platz, sondern nur im Mittelgang verteilte kleine und nicht gut einsehbar Monitore. Schade, nix mit schönen Filmen gucken wie geplant. Essen war okay, aber das unbequeme Sitzen in Kombination mit der lauten Geräuschkulisse des Flugzeuges war sehr anstregend, aber nach 2 Rotweinen schäft man dann doch angetrunken ein. Das Personal war nett und freundlich, was einen nach ein paar Stunden Flug aber auch nicht mehr über die Schmerzen in den Beinen und Armen hinwegtröstet. Wie schön war es, als wir in Rio gelandet sind und wir endlich die Foltersitzplätze verlassen konnten! Im Hinausgehen viel uns dann ein neuer Slogan für Air France ein: Masochisten würden Air France fliegen!

Sonntag, 8. März 2009

Fundstück der Woche

In Berlin ist ja Geiz häufig geil, aber was mir jetzt in Wilmersdorf auf der Parkplatzsuche begegnet ist, das schießt für mich den Vogel ab, sozusagen. Alles muss schön billig sein, wenn man den Medien glaubt, denn billig ist toll und will ich, na, ja, ich jetzt nicht gerade, aber die meisten anderen schon, irgendwie.
Von daher ist der folgender Anbieter vermutlich nur dem Trend gefolgt, aber als ich das gelbe Plakat des Geschäftes sah, fand ich es doch verdammt geschmacklos. Auf einem gelben Plakat stand schlicht in schwarzen Lettern über dem Ladengeschäft "www.der-billigbestatter.de". Billigbestatter? Jetzt muss sogar noch das Ende geizig geil sein, wenn schon der Rest des Lebens nur billig war? In diesem Moment traf mich die Finanzkrise, die ich vorher noch erfolgreich verdrängt habe, wie ein Schlag. Sie ist da, in der Stadt und vor allem holt sie einen nun auch noch ganz am Ende ein!

Samstag, 7. März 2009

Haare machen

Letztens besuchte ich Machts Hair nahe dem Ostbahnhof, da ich es einfach nicht zu meinem Lieblings Cutman in Schöneberg geschafft hatte. Vorweg hatte ich sowohl sehr Gutes als auch durchaus Bedenkliches gehört. Drei Tage vorher ließ ich mir einen Termin für nachmittags geben, was problemlos von sich ging. Als ich zu meinem Termin erschien wurde ich freundlich begrüßt und bekam, da ich noch einen kleinen Moment warten musste, sofort ein kaltes oder warmes Getränk angeboten, was hier inklusive ist. Der servierte Cappuccino entstammte einem Vollautomaten und war durchaus trinkbar. Nach kurzer Wartezeit ging es zum Shampoonieren, dabei wurde mir herrlich die Kopfhaut massiert und ich konnte mich wunderbar entspannen. Direkt vom Waschtisch ging es dann vor den Spiegel zu meiner Friseuse, bei der ich den Termin hatte. Sie beriet mich sehr gut und schaffte es, meine langen Haare gekonnt zu händeln. Der Schnitt saß und ebenso professionell wurde gefönt. Nach einer Stunde war ich fertig und zahlte für Waschen, Schneiden und Fönen bei langen Haaren 32 Euro, was ich als angemessen empfand. Für mich eine sehr gute Alternative zu Cutman, da ich auch sehr gut beraten wurde. Es war sicherlich nicht mein letzter Versuch bei diesem Machts Hair!

Montag, 2. März 2009

Brunchen im Freischwimmer

Vor Jahren war ich schon mal nach einem Konzert in der Arena im Freischwimmer essen, es war nett und lecker, aber ich habe es seitdem nicht wieder dahin geschafft. Von daher war es interessant, als Freunde vorschlugen, dort doch mal an einem Sonntag Brunchen zu gehen. So viel vorweg, es war wieder nett und lecker!

Das Freischwimmer befindet sich direkt auf dem Wasser in einem kleinen Kanal unweit der Spree und gegenüber dem Club der Visionäre, zwischen Arena und Schlesischem Tor, direkt neben einer Tankstelle. Der Eingang liegt vielleicht etwas versteckt, wenn man aber vor der Tankstelle steht, muss man einfach nur recht daran vorbeigehen und schon ist man so gut wie drinnen.
Parkplätze standen an einem Sonntag Mittag reichlich vorhanden, werden aber gegen Abend meist knapp, vor allem, wenn Konzerte in der Arena sind. Daher ist es häufig einfacher, mit der BVG via U1 Schlesisches Tor anzureisen, Eine Bushaltestelle ist auch in der Nähe.

Das ganze Restaurant samt Bar, Küche und Toilette befindet sich lang gestreckt auf einem Ponton, der direkt auf dem Kanal liegt. Gleich neben der Tür ist die kleine Bar, rechts daneben ist eine Art Lounge gefolgt von einer Terrasse und links geht es weiter unter Dach bis zu einer weiteren Terrasse. Alles wirkt gemütlich und ist mit Holzmöbeln und Terrassenmobiliar ausgestattet. Wir hatten für sechs Leute einen großen Tisch direkt gegenüber der Eingangstür, wo man gut und bequem saß. Schön ist der Wasserblick, die Lage ist ebene einfach toll!

Der Service war an diesem Sonntag schnell und aufmerksam. Kaum das wir saßen gab es die Karten und sehr schnell nach der Bestellung auch schon die Getränke. Auch beim Brunchbuffet wurde regelmäßig nach gelegt, so dass immer reichlich von allem vorhanden war. Im weiteren verlauf den Aufenthaltes wurden wir immer wieder nett gefragt, ob wir noch etwas wünschen würden.

Das Publikum außer uns sechs Leuten Anfang 30 war um 11 Uhr noch eher Älter und mit Kindern und wurde gegen Nachmittag immer jünger, internationaler und trendiger. Alle waren aber sehr freundlich zueinander, was ich besonders bei einem angebotenen Buffet als sehr angenehm empfinde. Die Gespräche aller waren so, dass wir uns an unserem Tisch sehr gut unterhalten konnten.

Das Brunchbuffet war gut. Die angebotenen Speisen waren frisch, abwechslungsreich und lecker. Es gab kalte und warme Gerichte, Obst, Salate, Müsli, Brot, Wurst, Käse, Nachspeisen, Fisch und vieles andere mehr. Toll war, das die Salate wirklich super knackig waren und das der Speck knusprig gebraten und nicht weich und wabbelig war. Alles war reichlich da und zu keinem Zeitpunkt herrschte Knappheit am Buffet. Toll waren auch die Nachspeisen, die sogar noch hübsch verziert waren.

Das Buffet kostet pro Person knapp über 9 Euro, was ich eigentlich als ein wenig zu teuer bezeichnen würde. Da gibt es genug andere Restaurants in Berlin wo man die gleiche Qualität erheblich günstiger bekommt, allerdings sitzt man da nicht so lauschig direkt am Wasser. Die Getränke liegen mitten im Berliner Standard, weder billig noch teuer, der Kaffee war aber z.B. wirklich gut!

Wenn man gerne einmal am Wasser Brunchen möchte, ist das Freischwimmer definitiv zu empfehlen, auch die Qualität und Quantität der Speisen überzeugte ebenso wie die Auswahl und der freundliche und aufmerksame Service. Jeden Sonntag muss ich da nicht hin aber so ab und an kann man da schon gut einmal Brunchen gehen!