Donnerstag, 26. Februar 2009

Das Wunder in der U-Bahn

Gestern saß ich müde und verträumt in der U-Bahn, lauschte der Musik in meinen Ohren und entschwebte gerade über Ferry Corsten dem Rumpeln des Zuges als beim Halt rigendwo in Mitte ein Mann mit Gitarre und eine Frau mit Ukulele einsteigen. Genervt verdrehte ich die Augen, denn ich ahnte schon, was jetzt kommen würde. Beide nahmen ihre Instrumente in Anschlag und legten los, so laut, da hatte der iPod keine Chance dageggen. Zuerst hätte ich die beiden am liebsten aus dem Zug geschubst, dann aber schafften sie ein kleines Wunder. Zwar war das Lied an sich ein kleine Grausamkeit, die an Körperverletzung grenzte, aber die beiden strahlten so einen Spaß kombiniert mit Begeisterung für die Sache aus, das man auf halber Strecke durch das Geklimpere einfach anfangen mußte zu lächeln, erst ein wenig und gegen Ende ganz breit. Klar, am Ende auch mit Erleichterung darüber, das es voprbei war, aber die Stimmung bei mir wie auch im restlichen Wagen war nach dem kleinen Aufttritt viel freundlicher als noch davor. Es gibt sie also doch, die kleinen Wunder des Alltags, die zu einem besseren Tag führen, auch wenn man es zu Anfang nicht glauben würde!

Dienstag, 24. Februar 2009

Schneeglöckchen

Heute bin ich genauso müde und grau wie das Wetter und die Natur draußen vor den Fenstern. Jetzt, wo der Schnee immer weniger wird, sieht alles wieder genauso trostlos wie vor dem Schnee aus, aber es gibt einen Lichtbick, die ersten Schneeglöckchen. Ich konnte es kaum glauben, aber sie kämpfen sich tapfer durch den Matsch und ihr grün macht Mut. Mut, dass der Winter bald vorbei sein wird und dann wieder Farbe das trübe grau ablösen wird.

Montag, 23. Februar 2009

Schlaglöcher zählen

Wie jedes Jahr, der Schnee geht, die Schlaglöcher kommen und werden auch wie jedes Jahr wieder bleiben, denn die Stadt ist ja Pleite. Wer als Neuberliner Auto in dieser Stadt fährt wundert sich zunächst über den immer etwas eirigen Fahrstil der anderen hier ansässigen Bewohner. Das hat aber nichts mit der omnipotenten Feierlaune der Berliner zu tun, nein, diese Lösung wäre zwar sicherlich möglich aber dann doch viel zu einfach. Es liegt an den sich jeden Winter wie von Wunderhand ganz alleine vermehrenden Schlaglöchern, die man verteilt über die gesamte Stadt antreffen kann. Und wer hier wohnt, der weiß eben auch, wo sie sich befinden und schlängelt sich auf der Straße um sie herum, sieht komisch aus, macht aber bei der tiefe mancher dieser Schwarzen Löcher durchaus Sinn, denn kaputte Stoßdämpfer sind teuer! Also, viel Spaß beim Mitschlängeln!

Freitag, 20. Februar 2009

Schneedepressionen

Als ich klein war, damals, da war Schnee etwas Tolles, endlich Rodeln gehen, Schneeballschlachten feiern und Schnee-Engel machen. Jetzt nervt es mich einfach nur. Mich nervt es, früher los zu müssen, um in dem Chaos pünktlich zur Arbeit zu kommen, mich nervt das allmorgendliche Auto freilegen, die Nässe an den Füßen, die kalten eisigen Finger, das Rutschen, wenn man aus der Haustür tritt und auf der Straße an den Ampeln, das Knirschen des Schnees unter meinen Füßen und überhaupt, das eintönige grau-weiß, das über Berlin und Brandenburg hängt wie eine Wolke aus Farbblende. Außerdem, was soll Berlin mit dem Schnee? Seine graue Blässe überdecken? Den Hundekot verstecken? Mh, klappt beides nicht wirklich gut, von daher brauchen wir auch keinen Schnee!

Sonntag, 15. Februar 2009

Isch kann auch mit Gefühl

Ahnungslos sitze ich beim Mittagessen, das Handy klingelt, unbekannter Teilnehmer. Ich drücke die grüne Taste und bereue es im gleichen Moment, auf mein unmotiviertes Ja erfolgt eine Worttirade aus der ich Dinge wie Telekom Kundenservice verstehen kann. Mist, denke ich mir, muss das gerade jetzt sein und blicke auf mein derzeit noch warmes Essen, bin aber dennoch zu freundlich, um einfach aufzulegen. Kaum dass der Mann am anderen Ende der Leitung merkt, das ich dran bin, liest er absolut grausamst betont, desinteressiert und gelangweilt seinen Text vom Monitor oder Zettel ab. Nach etwa zwei Minuten halte ich es nicht mehr aus und breche in schallendes Gelächter aus, weil ich mir vorstelle, wie dieser Mensch gerade derart schlecht versucht, mich von irgendetwas zu überzeugen, was mich eh nicht interessiert. Ich will es beenden und sage, wir können hier abbrechen, es interessiert mich nicht. Darauf rappelt er mit leicht fremden Akzent los, warum eine junge hübsche Frau sich nicht für ein gutes Angebot interessiert. Ich muss derart lachen, das ich kaum antworten kann. Zwischen den Lachsalven versuche ich ihm freundlich zu vermitteln, das ich noch nie in meinem ganzen Leben einen Telefonkerl in der Leitung hatte, der derart schlecht Telefonmarketing gemacht hat. Schließlich habe ich das ja auch 10 Jahre gemacht. Daraufhin haucht er in den Hörer: Isch kann auch mit Gefühl woraufhin ich beim Auflegen in den Hörer hauche, Danke,darauf würde ich lieber verzichten.

Montag, 9. Februar 2009

Ferienende

Hilfe, die Ferien sind zu Ende! So oder so ähnlich waren heute früh auf meinem Arbeitsweg meine Gedanken als ich bei leichtem Schneefall auf den Berliner Straßen unterwegs war. Plötzlich war es wieder voll und vor allem, plötzlich fuhren wieder viele ängstliche Fahrer, die bis gestern in den Skigebieten unterwegs waren, nicht mehr selbstsicher mit Skiern herum sondern samt Sommerreifen in ihren Autos durch die Stadt. Und jedes Mal wieder Frage ich mich, warum um alles in der Welt fahren diese Leute nicht einfach mit der BVG? Dabei könnte es doch für sie und mich alles soooo einfach sein, ich finde ja, die BVG sollte eine Art Winterabo anbieten, das solche Angsthasen berechtigt, nach einer einmaligen Zahlung den ganzen Winter über bei Schneefall mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, das wäre doch die Idee!

Sonntag, 1. Februar 2009

Schwarz zu Blau

Es ist schon komisch, ganz manchmal hört man in irgendeiner Situation ein Lied und denkt sich, wow, das könnte tatsächlich der Soundtrack zu meinem Leben gerade sein, woher wusste der/die das?
So geht mir das gerade mit dem wunderbaren Lied Schwarz zu Blau von Peter Fox, das irgendwie zu meiner Beziehung zu Berlin passt. Nicht immer schön, aber dann doch unverzichtbar, nicht immer angenehm aber trotzdem besser als alles andere.

Am Ende des Liedes heißt es so treffend:

Guten Morgen Berlin
du kannst so häßlich sein
so dreckig und grau
Du kannst so schön schrecklich sein
deine Nächte fressen mich auf
es wird für mich wohl das Beste sein
ich geh nach Hause und schlaf mich aus
Und während ich durch die Straßen laufe
Wird's langsam... Schwarz zu Blau

Ich bin kaputt
Und reib mir aus meinen Augen deinen Staub
Du bist nicht schön
Und das weißt du auch
Dein Panorama versaut
Siehst nicht mal schön von weitem aus
Doch die Sonne geht gerade auf
Und ich weiß, ob ich will oder nicht
dass ich dich zum Atmen brauch.

Und wer jetzt neugierig geworden ist, zu sehen und hören gibt es das Video bei You Tube und soviel sei gesagt, auch das Video ist ganz anders, als man denken würde und gerade das ist gut!

Und mit der Meinung bin ich nicht alleine...Peter Fox hat den Bundesvision Song Contest gewonnen!