Donnerstag, 27. November 2008

Pizza am Ballermann


Inspiriert durch meinen Reiseführer zu Mallorca besuchten wir die gastronomischen Empfehlungen in der Nähe unseres Urlaubshotels an der Playa de Palma. Dazu gehörte auch das Restaurant Plaza.

ERREICHBARKEIT

Das Plaza befindet sich direkt in einer Ecke des RIU-Centers, unweit des Strandes, der Schinkenstraße und eigentlich mitten am Ballermann. In der Nebensaison, wo wir dort waren, geht es dort aber sehr ruhig und angenehm zu, da die meisten Billigbierkneipen zu haben und überwiegend ältere Ehepaare dort überwintern. Parkplätze sind einige wenige um die Ecke vorhanden und eine Bushaltestelle ist fast direkt vor der Haustür, die die Playa direkt mit Palma verbindet. Für uns war der besuch aber nur mit 15 Minuten Fußmarsch entlang der wunderschönen Strandpromenade verbunden, also ein stressfreier Katzensprung.

ATMOSPHÄRE

Die Atmosphäre ist klar aber trotzdem gemütlich. Der Gastraum wirkt relativ groß, ist aber so geschickt bestuhlt und eingerichtet, das man überall kleinere Ecken zum Sitzen hat und kein Bahnhofshallenambiente aufkommt. Bei schönem Wetter kann man auf sehr bequemen Stühlen auf der großen Außenterrasse sitzen, dafür war es abends allerdings zu kühl, so das wir am großen Fenster platz nahmen, auch ohne Reservierung scheint dies in der Nebensaison kein Problem zu sein. Wir konnten gleichzeitig auf die gut ausgestatte Bar sowie auf den großen Pizzaholzofen schauen, hatten also das ganze Geschehen im Blick.

PUBLIKUM

Das Publikum bestand überwiegend aus älteren Paaren und Gruppen, viele Touristen aber auch genauso viele Spanier, diese dann aber eher jüngeren Alters, so Mitte zwanzig bis Mitte dreißig. Alle eher etwas schicker, in ruhige Gespräche vertieft und sehr angenehm als Mitesser im gleichen Restaurant.

KÜCHE

Spezialität des Hauses ist die frisch im Steinofen gebackene Pizza, dazu gibt es diverse Pasta-, Fleisch- und Fischgerichte ergänzt durch Vorspeisen, Salate und Nachttische. Wir verzichteten auf eine Vorspeise und entschieden und beide für eine Pizza, problemlos konnte mein Freund seine noch um eine weitere Zutat erweitern. Beide Pizzen verfügten über einen sehr knusprigen leckeren Boden und waren reichlich belegt. Die Beläge waren sehr schmackhaft und sehr gut aufeinander abgestimmt, nichts war zu wenig oder zu viel, genauso muss frische Pizza sein! Toll war bei meiner Pizza, dass die Parmesanraspel riesig waren, nicht nur ein paar Brocken, sondern so viel, dass es zusammen mit dem frischen Rucola ein wunderbares Geschmackserlebnis war.

Als Nachttisch ließen wir uns hausgemachten Flan schmecken, der hier mit etwas Gries und Zimt verfeinert wurde, eine wahrlich köstliche Kombination. Hinterher waren wir mehr als satt, wir schafften noch nicht einmal mehr einen Espresso.

Getrunken haben wir zum essen einen roten Hauswein der Marke Faustino, er war klar und schnörkellos trocken, schmeckte gut und war sehr bekömmlich. Preislich lag er um 13 Euro für die Flasche, was absolut okay war.

Zusammen mit der Rechnung bekam man einen kleinen Zitronendaiquiri, der eigentlich Lust auf mehr gemacht hätte, wenn wir noch nicht so völlig satt gewesen wären.

SERVICE

Der Service war jung, dynamisch, schnell freundlich und all das ohne aufdringlich zu wirken. Kurz nachdem wir Platz genommen hatten, wurden uns die Karten samt Tagesempfehlung gereicht, schnell kamen die Getränke und ebenso die bestellten Speisen. Regelmäßig wurde sich erkundigt, ob wir noch Wünsche hätten.

Wir bestellten zwar auf Spanisch, aber für Touristen ist die Karte auch auf Englisch und Deutsch geschrieben, so dass man weiß, was man bestellt.

BUDGET-FREUNDLICHKEIT

Das Plaza ist kein Billigrestaurant, auch wenn es mitten am Ballermann liegt. Dies ist aber auch absolut in Ordnung, da die gebotene Qualität ihren Preis haben darf, dabei ist es aber nicht zu teuer. Die Pizzen lagen alle ungefähr zwischen 8 und 12 Euro, was wir als passend empfanden und auch die Getränkepreise passten dazu.

MUSS MAN

Einen Besuch dieser Pizzeria kann ich jedem Mallorca-Besucher oder Einwohner nur wärmstens ans Herz legen. Die Atmosphäre ist ebenso nett wie der Service und die Pizzen sprechen einfach für sich selber, so gut sind sie. Wenn wir mal wieder auf der Insel weilen, werden wir den Weg dorthin nicht scheuen, denn es war wirklich sehr, sehr lecker!

Sonntag, 23. November 2008

Das graue Gesicht

Es ist wieder soweit, Berlin zeigt wieder einmal sein zweites Gesicht, das graue, das winterliche, das griesgrämige. Es beginnt immer kurz nach der Zeitumstellung, wenn es wieder morgens und abends dunkel ist, kurz nachdem die Temperaturen das erste Mal unter Null gefallen sind. Sobald die Blätter von den Bäumen gefallen und die Reifen der Autos gewechselt sind. Man trägt grau, dies gilt für die Stadt und genauso für ihre Bewohner, Touristen erkennt man an den Farben, die sie tragen, rot, blau und gelb, sowas trägt im Winter kein Berliner! Man paßt sich seiner Stadt an, auch in der Laune. Zu Weihnachten gibt sich jeder noch etwas Mühe aber spätestens ab dem 1. Januar fällt jeder Berliner in einer Winterdpression der schlechten Laune die sich erst wieder langsam lüftet, wenn es warm genung ist, um seinen Kaffee auf der Straße in der Sonne zu trinken. Aber wenn man hier lebt ist das alles gar nicht so schlimm, wie es sich vielleicht anhört, ein bisschen Gegrummel kann durchaus befreiend wirken und grau gibt es ja zum Glück und dank H & M in viele kaufbaren Schattierungen. In diesem Sinne, grau und gut!

Mittwoch, 19. November 2008

Haus am See

Music made in Berlin und ich wüßte sogar jemandem, dem ich dieses Lied widmen würde :)
Danke Peter Fox!

Montag, 17. November 2008

Shopping á la Kitsch

Die Site zum Bestellen von Kleinigkeiten aus Stoff:

Wäscheliese

Gott, das es so etwas gibt und vorallem, anscheinend kann man damit Geld verdienen...also, wer auf Kitsch steht, schnell hinklicken und shoppen ;)

XII Apostoles - lecker Pizza


Wenn man in Berlin lebt und gerne Pizza ist, trifft man früher oder später auf die Filialen der 12 Apostel. Netter Weise gibt es auch einen Ableger der Kette auf Mallorca, direkt in Playa de Palma, eine Möglichkeit, besser zu essen, als in den in der Nebensaison offenen kleinen Bars und Imbissen in der Gegend, wo es sonst doch eher Fast Food lastiges Essen gibt.

ERREICHBARKEIT
Das Restaurant 12 Apostel befindet sich rechts neben dem Riu Center, also sehr zentral an der Playa de Palma, ca. 200 m von der Strandpromenade entfernt und unweit einer Bushaltestelle (u. a. die Linie 15, die Palma mit der Playa verbindet und fast alle 5 Minuten fährt).
Mit Parken ist in dieser Gegend sogar in der Nebensaison etwas schwierig und meist kostenpflichtig, daher waren wir froh, dass wir nur einen 15 minütigen Fußmarsch zurücklegen mussten, um das Restaurant zu erreichen. Wirklich verfehlen kann man es nicht, vor allem auch dank des großen Schildes an der Straße, so dass man weiß, wo man abbiegen muss.

ATMOSPHÄRE
Die Atmosphäre ist, wie auch bei allen anderen Restaurants der Kette schön. Wir waren im Dunkeln dort und alles war gedämpft und vor allem durch Kerzen erleuchtet, weshalb es sehr einladend und heimelig erschien. Die Tische sind recht eng gestellt, aber die Möbel vermitteln trotzdem kein Gedränge. Neben dem Gastraum gibt es auch eine große Terrasse, für die es bei unserem besuch am Abend aber leider schon zu kalt war, Mutige können sich da aber mit Wolldecken bewaffnet unter Heizpilzen niederlassen.
Beim Betreten befindet sich linker hand die Bar, geradeaus die Küche und dazwischen das Tischgewirr. Schnell wurden wir von einem Kellner trotz fehlender Reservierung an unseren Platz im Nichtraucherbereich rechter Hand geführt.
Die Geräuschkulisse passt zum Ambiente und man fühlt sich eigentlich vom ersten Betreten an wohl. Die Toiletten befinden sich rechts vorne.

PUBLIKUM
Außer uns befanden sich ein recht bunt gemischtes Publikum im Restaurant, da es aber der Sankt Martins Abend war und es Martinsgans gab, waren doch überwiegend deutschsprachige Gäste anwesend, nur wenige Spanier waren zu finden. Altersmäßig ging es von Jugendlichen bis zu Rentnerehepaaren, Pärchen im mittleren Alter waren aber in der Überzahl, zum Teil auch als Gruppen oder als Familie mit Kindern. Von der Kleidung her eher etwas gehoben und durchaus angenehm.

KÜCHE
Die Karte bietet die typischen 12 Apostel Standards, die man auch in Deutschland findet wie die Pizzen, alle benannt nach den 12 Aposteln, Pasta, Salate, Fleisch und Fischgerichte, Vorspeisen und Desserts. Dazu ein breites Getränkeangebot unter anderem mit Cocktails und diversen Weinen.
Wir waren am Sankt Martins Tag dort und erlagen durch den köstlichen Gerucht dem Tagesangebot, der Martinsgans für 19,90 pro Person. Dies umfasste etwa ein Viertel Ganz, entweder das Brust oder das Keulenstück, zwei Kartoffelknödel mit gebräunter Semmelbutter und eine große Portion Rotkohl, die beiden Beilagen gab es satt, man hätte also beliebig nachnehmen können. Das Stück Ganz war mehr als reell, sehr lecker uns knusprig gebacken, gut gewürzt und mehr als ausreichend. Die Knödel waren gut auf den Punkt gekocht und zusammen mit der Semmelbröselbutter wohlschmeckend, ebenso wie der auf den Punkt zubereitete Rotkohl, der angenehm leicht fruchtig schmeckte. Die Bratensoße hätte etwas mehr sein können und schmeckte gut gewürzt.
Vorweg waren uns Brot und Grissini mit Aioli gereicht worden, das Brot schön frisch und die Aioli angenehm cermig-würzig.

Bei den Getränken hatten wir uns für ein regionales schön spritzig frisches Wasser entschieden und dazu den roten Hauswein bestellt, der trocken und vollmundig schmeckte und für den angebotenen Preis durchaus mehr als akzeptabel war. Er war auch gut bekömmlich und sorgte nicht für Kopfschmerzen.

SERVICE
Der Service war sehr gut. Die beiden Kellner sowie die Kellnerin bedienten flott, freundlich und professionell, es gab keine unnötigen Wartezeiten und man wurde sehr nett betreut. Regelmäßig aber nicht aufdringlich wurde nachgefragt, ob noch etwas gewünscht würde.
Alle drei schienen Deutsche bzw. deutschsprachig zu sein, so das man dort sprachlich keine Probleme zu erwarten hat. Auch die Karte war auf Deutsch und Spanisch und sehr gut verständlich.

BUDGET-FREUNDLICHKEIT
Die 12 Apostel Restaurants sind alle etwas teurer als der Durchschnitt, so auch bei dieser Niederlassung. Die Pizzen liegen alle so um 10, 12 Euro, meiner Meinung nach sind sie dies aber auf Grund der gebotenen Qualität wert. Auch die Gans war mit 19,90 zwar nicht günstig, für das Gebotene war der Preis aber durchaus gerechtfertigt.
Die Getränke sind auch alle nicht so günstig wie in der Umgebung, aber wenn man schön in gediegener Atmosphäre essen möchte, ist man durchaus bereit auch dies in Kauf zu nehmen.
Bezahlen kann man in bar, per EC oder auch mit gängigen Kreditkarten wie z.B. Visa, Eurocard etc.

MUSS MAN
Wenn man den sonst in der Gegend angebotenen Fast-Food-lastigen Einheitsbrei leid ist, greift man gerne tiefer in die Tasche und kehrt im 12 Apostoles ein, um Essen von frischer guter Qualität zu genießen und sich dazu leckeren bekömmlichen Wein schmecken zu lassen.
Uns hat es sehr gut geschmeckt und gefallen und wir würden jederzeit wieder dort vorbeischauen, vielleicht dann zu einem günstigen Mittagstisch oder wieder zum Abend und zur guten alten Steinofenpizza. Für jeden zu empfehlen, der an der Playa de Palma Urlaub macht und leckere Pizza mag!

Sonntag, 16. November 2008

Malle im November - Ein Rückblick


So, nun liegt sie hinter uns, eine Woche Mallorca in der Nebensaison, gebucht per Lastminute bei L´Tur, gut und schlecht, warm und kalt, naß und trocken. Das Hotel HM Gran Fiesta, ein bisschen wie Jeckyl und Hyde, das erste Zimmer katastrophal, dreckig und kalt, nach einer Nacht upgrade ins Superiorzimmer, klares schlichtes Design, neu und modern, traumhafter Meerblick. Essen im Hotel und in der Umgebung gut bis mäßig, solide und sättigend aber nichts besonderes. Das Personal im Hotel unmotiviert, gleichgültig und nicht am Gast interessiert.
Die Insel selber schön, reizvoll, mit entdeckbaren Ecken, pitoresken Buchten, freundlichen Menschen und einer verwinkelten Hauptstadt.
AirBerlin beim Hinflug wie immer mit einer Stunde Verspätung und beim Rückflug unglaublicher Weise mit einer 10 Minuten zu frühen Landung in Tegel. Sixt überzeugte durch freundlichen und unkomplizierten Service und ein nettes Upgrade.
Platja de Paloma überzeugte nicht wirklich, zwar ein traumhafter Strand mit herrlichem Wasser und einer tollen Promenade, dafür aber auch ein deutsches Ghetto mit Rentern, die dort überwintern, echten deutschen Asozialen und jeder Menge grottenhäßlichen Hotelbauten, nicht schön, sozusagen.
Aber trotzdem war es schön, bei 22 Grad mit Meerblick auf dem Balkon in der Sonne zu lesen, der Brandung beim Einschlafen zu lauschen und sich Treiben zu lassen, Urlaub eben!
Heute dann der erste Tag wieder in der Hauptstadt, kalt und windig, gegen Abend passend novembergrau, danke, wir sind wieder zurück und mir ist jetzt schon kalt!

Mittwoch, 12. November 2008

Ein Lichtblick


Gestern erlebten wir einen Lichtblick, einen kulinarischen Höhepunkt sozusagen. In der näheren Umgebung usneres Hotels gibt es das für das deutsche Ghetto passende Essen in seiner schlechtesten Form, fettig, kalorienhaltig und sättigend, Gelantinequader eben.
Gestern fuhren wir an der Westküste entlang und stolperten ganz aus Versehen in ein Feinschmeckerrestaurant, das Colon in Puertocolom und genossen fast schon unartig köstliche Tapasvariationen und einen beängstigend freundlichen Service, natürlich aus Österreich.
Abends wurde es dann traditionell..eigentlich wollten wir uns im Malle-Ableger vom 12 Apostel eine leckere Pizza schmecken lassen, doch dann wurden wir Opfer der Sankt Martins Aktion und verspeisten jeder eine Viertel Sankt Martins Gans, die wirklich vorzüglich schmeckte, man könnte auch sagen, wir entdeckten unsere traditionelle Seite ganz neu...auf Mallorca, ebenso wie viele Deutsche, die hier leben. Fernab der Heimat scheint man sich auf die guten alten Werte neu zu besinnen...und wenn es nur in Form von Gans, Rotkohl und Knödeln zu Tage tritt.

Dienstag, 11. November 2008

Willkommen im deutschen Ghetto


Wer wissen möchte, wie man sich als Türke in Neukölln fühlen würde, dem empfehle ich einen Kurzurlaub an der Platja de Palma auf Mallorca. Hier urlaubt man gepflegt deutsch mit einer gehörigen Portion Ignoranz gegenüber den Spaniern und auch umgedreht. Deutsche Geschäfte, deutsche Urlauber, man spricht deutsch, warum Integration? Wichtig für Cafes die Aufschrift : Deutscher Kaffee. Genau, weil ja spanischer Kaffee auch eine Zumutung wäre...ähm ja...hat man gehört, denn selber probieren brauchte man ja bisher noch nie.
Schönstes Zitat aus einer Tankstelle: "Oh, Entschuldigung, ich dachte, sie wären Deutsche." (wir waren Wasser kaufen, hatten uns am Regal auf Deutsch unterhalten und gingen dann an die Kasse, wo wir mit dem Verkäufer Spanisch sprachen....anscheinend recht überzeugend....)