Mittwoch, 29. Oktober 2008

Durchschnittlich Griechisch

Wenn es um griechisches Essen geht, sind wir dank unseres Stammgriechen in Schöneberg wirklich sehr verwöhnt, da man aber ja nicht immer Lust hat, mit dem Auto zu fahren schauten wir uns nach Griechen in der zu Fuß Umgebung um. Fündig wurden wir in der Karl-Marx-Allee und statteten dem Kos House kurzerhand einen Besuch zum Abendessen ab.

Das Restaurant ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, befindet es sich doch zwischen zwei Stationen der U5 (Weberwiese und Frankfurter Tor), auch diverse Trams halten in der Nähe. Parkplätze gibt es auch einige, abends, wenn die Anwohner diese besetzen, könnte es aber mit Sicherheit knapp werden.
Das Restaurant ist mit seiner breiten Front und dem großen Lichtschriftzug gut zu finden und eigentlich nicht zu übersehen.

Die Atmosphäre ist okay, wenn auch vielleicht dank zahlreicher Accessoires ein wenig griechisch-bäuerlich überladen, etwas weniger Folklore wäre angenehmer. Gesessen wird auf bequemen Bänken und Stühlen an Holztischen, eingedeckt mit rustikalen karierten Tischdecken.

Der Service arbeite flott und freundlich, man wird nett begrüßt, bekommt fast sofort die Karte samt Weinkarte und erfährt, was es zusätzlich für Tagesangebote gibt. Ehe man sich versieht stehen schon die Getränke auf dem Tisch, gefolgt von den Vorspeisen. Kaum hat man diese verzehrt, bekommt man die Hauptgerichte serviert. Regelmäßig wird nachgefragt, ob man noch etwas wünscht, aber ohne aufdringlich zu sein. Auf Kosten des Hauses gibt es vor und nach dem Essen einen Ouzo, eiskalt.

Das Essen, nun wird es schwierig, setzen wir doch recht hohe Maßstäbe, denen bisher nur das Nemesis in der Hauptstraße in Schöneberg gerecht werden konnte. Und leider wurden wir auch in diesem Fall nicht ganz überzeugt. Das Knoblauchbrot mit Feta und Tomaten vorweg überzeugte, war schön knusprig, gut gewürzt und sehr lecker. Allerdings bereits der gemischte Salat war nicht wirklich gut, Salatblätter wurden unter Krautsalat begraben, abgedeckt mit einer undefinierbar schmeckenden Soße, leider alles andere als knackig und wirklich gemischt wurde es durch eine Olive, ein Stück Tomate und eine Scheibe Gurke auch nicht, schade.
Wir hofften auf das Hauptgericht. Einmal gab es Gyros, grundsolide gewürzt und zubereitet aber dermaßen unter Zwiebeln erstickt, das es sich nicht wirklich geschmacklich durchsetzen konnte. Außerdem war es nur lauwarm, recht fettig und hätte durchaus mehr Würzung vertragen. Die dazugereichten Pommes waren dagegen schön heiß und knusprig und der Tzaziki war okay, aber schmeckte eher nach Großpackung als selbst gemacht. Das zweite Hauptgericht war ein Kefalos-Teller mit etwas Gyros, auch hier zwiebelbegraben und lauwarm-fettig, ein heißes und gut angebratenes Bifteki, nichts besonderes aber durchaus essbar und einem wirklich guten Schweinefiletspieß, der durch zartes, gut gewürztes Fleisch zu überzeugen wusste. Als Beilage waren hier Kroketten gewählt, die heiß und knusprig daherkamen und mit dem Tzaziki zusammen sehr lecker schmeckten.

Preislich empfanden wir es als etwas zu teuer für die gebotene Qualität, aber die Preise sind durchaus noch akzeptabel. Das Gyros kostet 10,50 Euro und der Grillteller war für 12 Euro zu haben. In Ordnung waren auch die Preise für die Getränke, für 0,5 l Warsteiner werden 3,10 Euro fällig.

Alles in allem würde ich das Kos House als grundsolides durchschnittliches griechisches Restaurant bezeichnen, von denen man in Berlin so einige findet. Die Deko ist etwas zu viel Folklore, das Essen etwas zu fettig und qualitativ nicht ganz überzeugend. Beides wird aber durch das freundliche und schnelle Personal abgemildert. Allerdings wissen wir noch nicht, ob wir das Restaurant ein zweites Mal besuchen werden, wir werden sehen!

Dienstag, 28. Oktober 2008

Wie in der Badewanne - nur größer

Es wird kälter, ein guter Grund, in eine Therme zu fahren und es sich gut gehen lassen. Gut von Berlin aus zu erreichen und sich für einen kurzen Besuch einfach anbietend ist die Therme in Bad Saarow.
Aus der City in gut einer Stunde ins warme Salzwasser. Einfach auf die Stadtautobahn Richtung Frankfurt Oder und dann die Abfahrt Bad Saarow nehmen, von dort der Schilderung Richtung Therme Saarow folgen und schwupps ist man nach einem kurzen Spaziergang vom Parkhaus in der Therme. Wer mag kann auch bequem mit der Deutschen Bahn anreisen und hat dann etwa 15 Minuten Fußweg vor sich.

Die Therme befindet sich am Scharmützelsee in einer Parkverbotszone, daher unbedingt im Parkhaus parken, ist mit 1 Euro für 2 Stunden auch nicht teuer und der Weg zur Therme ist gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen.

Von außen wie innen besticht die Therme durch ihr schlichtes Design, Holz, Stahl und Glas und im Becken kleine schimmernde türkisfarbene Kacheln, die das Wasser zum Funkeln bringen, angenehm für den Körper, schön für das Auge. Der Eingang ist recht klein, aber am Tresen erwarten einen freundliche Damen, denen man mitteilt, ob man nur die Therme oder auch den Saunabereich benutzen möchte, je nachdem gibt es dann ein rotes oder blaues Armband mit Chip, den man für den Eingang wie Ausgang sowie die Schränke braucht. Jedes Armband hat eine Nummer, die dann auch dem passenden Schrank entspricht, den man mit dem Chip verriegelt oder öffnet.
Über zwei Treppen gelangten wir zur Umkleide, die angenehm gestaltet und sehr sauber ist. Ausreichende kostenlose Föne stehen hier nebst großen Spiegeln und Hockern zur Verfügung. Dahinter warten die Schränke und über einen Gang gelangt man in die Duschen, die über sehr warmes Wasser verfügen, dessen Temperatur man nicht selber regeln kann. Über Treppen betritt man dann den richtigen Thermenbereich, zahlreiche Liegen, Stühle und Pflanzen umgeben den Thermenbereich und laden zum entspannen ein. Wer mag, kann auch ganz hinten in einen abgetrennten Ruhebereich gehen, dessen Nachteil aber der Zugang zum Klo ist, der ständig benutzt wird.

Das Wasserbecken selber verfügt über einen großen Außen- wie Innenbereich, beides ist geschickt unterteilt und umfasst diverse Besonderheiten wie drei Whirlpools, Duschen, Sprudelbereich, einen Wildwasserkanal samt Wasserfallpilz und ein separates Whirlpool, durch einen kleinen Bereich kann man von innen nach außen schwimmen und umgekehrt. Das Wasser ist sehr salzig und mit 34 bis 36 Grad fast schon badewannenwarm, man treibt genüsslich vor sich hin, wirklich schwimmen tut hier niemand, dafür ist der Auftrieb viel zu stark, ich hatte Mühe, im Whirlpool nicht davon zu schwimmen. Durch das warme Wasser ist man schnell müde, aber das ist eine angenehme schwere Müdigkeit, die sich gut zu einem Schläfchen auf den Liegen nutzen lässt, so man eine abbekommt. Wenn man ein paar Mal rein und raus ist, hat man genug und fühlt sich fast schon tiefenentspannt. Die Haut wird im Wasser zwar wellig wie in der Wanne, wirkt aber nach dem Abtrocknen nicht trocken, sondern gepflegt und geschmeidig, das Salz scheint tatsächlich gut zu tun, auch wenn es scheußlich schmeckt und kräftig in den Augen brennt.
Danach noch eine schöne heiße Dusche und dann ab entspannt nach Hause. Am Ausgang gibt man die Armbänder mit den Chips ab und erfährt dann, wie viel man bezahlen muss. Für die ersten 2 Stunden bezahlt man 10 Euro und wir befanden uns in diesem Zeitrahmen, ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für den Saunabereich und die Wellnessbehandlungen werden Extrakosten fällig, darüber kann man sich sehr gut auf der Homepage informieren. Außer einem großen Saunabereich gibt es einen Hammam und die Möglichkeit zu diversen Wellness- und Beautyanwendungen sowie zu Fitnesskursen.

Die Atmosphäre in dem Bad ist sehr angenehm, alles sind entspannt und freundlich und es geht recht ruhig und beschaulich zu, wunderbar zum Erholen und Relaxen.

Uns hat es auf jeden Fall super in der Therme von Bad Saarow gefallen und wir werden diesen Winter bestimmt noch häufiger das warme Salzwasser besuchen gehen, um es uns mal so richtig gut gehen zu lassen.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Pizza, Basta!

Gute Pizza, dieser Begriff hat manchmal in Berlin etwas fast utopisches, zumindest, wenn man einfach nicht weiß, wo man diese bekommen kann. Die Stadt ist einfach zu groß und zu viele Seelenverkäufer locken mit billiger und schlechter Pizza, da kann man schon Mal den Überblick verlieren.

Aber ein Ort des Findens und der leckeren Pizza ist das Il Ritrovo mitten in Friedrichshain. Wer hier essen und genießen möchte, sollte allerdings nicht unbedingt wert auf Äußerlichkeiten legen, denn das Innere kann man durchaus mit dem Charme einer Bahnhofshalle vergleichen, hell, laut und hektisch, andererseits wird hier aber ja auch Cucina Casalinga Polpolare gekocht, also Volksküche. Und die ist eben nicht schick, leise und besinnlich, wer so was sucht, der ist und isst hier falsch. Macht aber nichts, auch so ist es voll genug!

Zu uns war die Bedienung bisher freundlich und alles wurde flink serviert, von der Karte über die Getränke, die Pizza und die Rechnung. Alles wirkt zwar chaotisch, ist aber irgendwie doch koordiniert, weil alle alles bekommen, was sie wollen, früher oder später, italienisch eben.

Alles ist eng mit Tischen Stühlen voll gestellt, kaum ein durchkommen, so dass es fast schon bewundernswert ist, wie sich die Kellner dazwischen voll gepackt und zielsicher bewegen, ohne das etwas herunter fällt. Der Weg zum Klo kann als Gast aber schon mal zu einem Abenteuer werden, klappt aber doch irgendwie.

Und das wichtigste, die Pizza…die ist wirklich gut, knuspriger dünner Boden, leckerer Belag und einfach wunderbar lecker, genauso, wie Pizza sein soll. Dabei ist die Karte voller guter Pizzaideen, so dass die Entscheidung nicht leicht fällt, zu viel ist einfach zu lecker. Dazu gibt es Tagesgerichte wie Salat, Pasta und Dessert an Tafeln verteilt im Gastraum verteilt, alles auf Italienisch, aber trotzdem irgendwie gutverständlich.

Das Publikum ist kunterbunt, von alt bis jung, Familien und Touristengruppen, Pärchen und Freunde, gemischt und vielfältig, denen allen gemein ist, dass sie gute Pizza zu schätzen wissen, Basta!

Montag, 20. Oktober 2008

Französisch für Anfänger

Eigentlich wollten wir ein spätes Frühstück zu uns nehmen, als wir aber das Duckwitz betraten, da schlug uns ein einfach nur köstlicher Geruch entgegen. Diesem duftigen Lufthauch konnte man einfach nicht verstehen. Zwar studierten wir zuerst ausgiebig die Karte auf den Tafeln im Gastraum, fragten aber dann am Tresen ganz schnell, woher der Wohlgeruch käme. Die freundliche Antwort war: „Das ist der Mittagstisch“. Okay, nun mussten wir uns nur noch zwischen dem Zitronenhuhn oder dem Gemüseauflauf entscheiden, wir beiden nahmen das Gemüse und eine Apfelschorle, die mit inbegriffen war. Schwupps waren die Getränke da und nur wenig später auch schon das Essen. Köstlich duftender Auflauf mit Zucchini, Tomaten, jeder Menge Kräutern und mit Mozzarella überbacken. Das ganze sah zuerst recht klein aus, entpuppte sich beim Verzehren aber als absoluter köstlicher Sattmacher. Am Nachbartisch gab es das Zitronenhuhn, was auch sehr lecker aussah und roch.
Der Laden selber ist sehr gemütlich, wirkt wie ein kleines französisches Gartenrestaurant, in dem man auch an kalten Tagen das Gefühl hat, draußen zu sitzen, zeitloses Ambiente. Außer der Gastronomie bietet der Laden auch französische Lebensmittel und Spezialitäten wie Gewürze, Limonaden, Honig und Marmeladen. Alles ist irgendwie schön angerichtet und bleibt der Atmosphäre und Einrichtung treu.
Das Publikum ist bunt gemischt, von Müttern mit Kindern, über Geschäftsleute bis hin zu Dir und mir, alle genießen das gute Essen in einem schönen Ambiente.
Der Service ist überaus offen und freundlich, arbeite dazu schnell und effizient und gibt jedem Gast das Gefühl, willkommen zu sein.
Einziger Nachteil ist die Größe des Duckwitz, hier bekommt man nicht immer einen Platz, aber wenn es größer wäre, würde es auch viel von seinem ganz besonderen Charme verlieren, daher gut so, dass es klein und kuschelig statt groß und ungemütlich ist!

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Dunkle Welten - Berliner Unterwelten

Das Wetter wird schlechter und vor allem kälter, also sucht man sich Möglichkeiten zur Freizeitverbringung, die nicht mehr unbedingt im Freien stattfinden müssen. Eine gute Möglichkeit bietet einem dabei der Verein Berliner Unterwelten e.V. mit ihren z. T. unterirdisch abgehaltenen Führungen.

Wir nahmen am letzten Sonntag an der Tour 1 teil, die auch die Zusatzbezeichnung „Dunkle Welten“ trägt. Dabei geht es im Rahmen einer zeitgeschichtlichen Führung durch den Bunker in der Bahnanlage Gesundbrunnen, in dem sich heute das Berliner Unterwelten Museum befindet.

Der Kartenvorverkauf findet im südlichen Ausgang des U-Bahnhofes Gesundbrunnen statt und ist gut ausgeschildert und leicht zu finden. Die Karte für die von uns gewählte Führung kostet pro Person 9 Euro, für die üblichen Personen gibt es aber auch vergünstigte Tickets. Die Führung ist nicht für gehbehinderte Menschen oder Rollstuhlfahrer geeignet.

Vor dem Kartenvorverkauf ist auch der Sammelpunkt für die Führung und direkt daneben geht es eine Treppe hinunter in den Bunker, in dem die Tour 1 stattfindet. Dabei gehören zu jeder Gruppe mit Führer maximal 35 Leute, kaufen mehr Leute Karten wie bei uns, dann wird die Gruppe gesplittet.

Die Treppe hinunter betritt man durch eine recht unauffällige Tür direkt den Bunker und steht mitten in der ehemaligen Gasschleuse, wo einem erst einmal Allgemeines zum Verein Berliner Unterwelten sowie auch zum Bunker und seiner Geschichte erklärt werden. So sind z.B. alle Wandaufschriften in der Anlage noch original erhalten, wogegen das Inventar direkt nach dem Krieg herausgeräumt und der Bunker mit Kriegsschutt aufgefüllt wurde. Der verein hat den Bunker dann wieder entdeckt und begehbar gemacht, so dass heute die Führungen statt finden können. Im Rahmen der Führung wandert man von Raum zu Raum, in denen zum Teil wieder altes oder Ähnliches Inventar von früher zu finden ist und die beklemmende und beengende Atmosphäre wieder spiegelt. In Vitrinen findet man Exponate zu dem thematisch nach Schwerpunkten befüllten Räumen und z. T: Originaltafeln erklären z. B: die im 2. Weltkrieg verwendeten chemischen Kampfstoffe oder Fliegerbomben. Treppauf und treppab erkundet man unter der Führung die Räume, bekommt die Besonderheiten anschaulich und sehr gut verständlich erklärt und ist im geheimen froh, nicht als Zeitzeuge geboren worden zu sein. Die Bunkerräume sind klein und an den Wänden kann man jeweils lesen, wie viele Leute vormals pro Raum aufgenommen werden sollten, natürlich waren es aber immer viel mehr Menschen, die dann bei den Fliegerangriffen dort auf schmalen Holzbänken gekauert und gebangt haben, in stickiger Luft und ohne Lüftung. Erschreckend auch zu wissen, dass der Bunker mehr als Splitterschutz gedient hat, denn die Wanddicke hätte nie einen Volltreffer ausgehalten, es wären dann alle Schutzsuchenden auf einen Schlag ausgelöscht worden. Denn der Bunker war ursprünglich nur Betriebsgelände der BVG; die dort Betriebsräume in bequemer U-Bahnnähe untergebracht hatten. Erst als es zu wenig zivile Schutzeinrichtungen gab, wurden die Räume zum Bunker umfunktioniert. Gegen Ende des Rundganges ging es dann mehr um die Berliner Unterwelt im Allgemeinen, so widmete sich ein Raum der alten Rohrpost und im letzten Raum ging es um die Erbauung der Berliner U-Bahn.

Die Führung dauert rund 90 Minuten und ist wirklich interessant gestaltet. Unsere Führerin hatte wirklich Spaß an ihrer Arbeit und erklärte alles mit kleinen Anekdoten und Geschichten gespickt so gut, das man gar nicht anders konnte als ihr gebannt zu lauschen.

Ein guter Einstieg in die Geschichte der Berliner Unterwelt, der neugierig auf die anderen Führungen macht und es war sicherlich nicht die einzige Führung, an der wir teilgenommen haben!

Toll, was ein privater Verein mit ehrenamtlichen Mitgliedern auf die Bühne gestellt hat. Ich kann die Berliner Unterwelten nur jedem Berlinbewohner oder –besucher empfehlen!

Eine genaue Übersicht über die täglich angebotenen Touren bekommt man auf der Homepage des Vereins.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Dekadent und trotzdem gut

Es gibt Dinge, die sind schlicht und eifnach dekadent und trotzdem gut, so dekadent, das man sie keinem erzählen will, aber dann doch so wunderbar, das man eifnach andere Leute einweihen muss.
Etwas, was für mich zu diesen Dingen gehört ist Kuchen essen im KaDeWe. Eignetlich würde man jetzt vermuten, das machen nur Omas und keine Frauen Anfang 30, aber weit gefehlt, am Kuchenthresen tummelt sch alles, jung und alt, deutsch und touristisch, normal und besonders, denn alle teilen eine Leidenschaft, sie wissen einen frischen Kaffee und ein Stück köstlichsten Kuchen zu schätzen. Die Auswahl ist riesig und das schwierigste dabei sind immer zwei Dinge. Zum einen muss man sich zwischen den unzähligen lecker aussehenden Teilen entscheiden und dann noch einen der wenigen Sitzplätze ergattern. In diesem Sinne gilt, wer sich rar macht ist begehrt und es artet zum Teil fast schon zu kleinen Schlachten aus, wie Leute auf Hocker und Stühle zurennen. Der Service ist dabei perfekt West-Berlin, wenn einen adrette Damen in KaDeWe Einheitslook bedienen, denen das Lächeln ins Gesicht gestanzt wurde und die einfach nur nett sind, egal zu wem oder was. Außerdem sind sie verdammt flink. Aber alles ist in dem Moment egal, wo man Kaffee und Kuchen vor sichs tehen hat und nach dem ersten Schluck das erste Stück Kuchen auf der Zunge zergehen läßt. In diesem Moment kommt man dem Paradies der Kuchenfreunde schon seeeeeehhhhhr nah und der Genuß übernimmt das Kommenado.
Und man fühlt sich dekadent und trotzdem hochzufrieden und genau dieses seelige Gesicht dazu, das entdeckt man auch bei allen anderen, die sich mit einem am Tresen drängeln, fast schon entrückt. So tut Dekadenz gut und streichelt die Seele, auch wenn man dafür von manchen Freunden komisch angeguckt wird, egal, die schnappen einem dann wenigstens keinen Platz und keinen Kuchen im KaDeWe weg!
Empfehlung der Bloggerin: Zitronentarte ..... und das ganz ohne Sahne!

Montag, 6. Oktober 2008

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Die Welt zu Füßen


Letztes Wochenende nutzen wir das schöne Wetter und genossen den Ausblick über Berlin vom Fernsehturm auf dem Alexanderplatz aus. Dank des Sonnenscheins konnte man himmlisch weit gucken und hatte das Gefühl, Berlin würde einem zu Füßen liegen!

Der Fernsehturm befindet sich absolut zentral mitten auf dem Alexanderplatz und kann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn, S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus) genauso gut erreicht werden, wie mit dem Auto (Parkhäuser sind reichlich vorhanden). Wer mag kann auch mit einer Pferdedroschke oder dem Bike-Taxi anreisen. Und übersehen kann man den Turm auch nicht, ist er doch so hoch, dass er schon von weitem aus sichtbar wird.
Der Eingang zum Fahrstuhl befindet sich auf der dem Bahnhof zugewanden Seite und ist eigentlich nicht zu übersehen.

Im Erdgeschoß der Halle befinden sich ein Souvenirshop, in dem auch vorbestellte Karten abgeholt werden können sowie die Treppe, die nach oben zur Kasse führt. Wir hatten Glück, vor der Kasse befand sich nur eine kurze Schlange und nach gut 5 Minuten hielten wir unsere Eintrittskarten in der Hand. Hat man diese, kann man auf einem Fernseher einsehen, wann man Einlass hat. Auf den karten sind Nummern aufgedruckt und das System zeigt an, wann welche Nummer Zugang zum Fahrstuhl hat. Unsere 30 Minuten Wartezeit versüßten wir uns mit einem Kaffee von Starbucks, welches sich direkt neben dem Eingang befindet.

Die Fahrkarte kostet für Erwachsene 9,50 Euro pro Person, dank unserer Get 2 Card mussten wir den preis aber nur für eine Person bezahlen und bekamen eine 2. Karte umsonst dazu.

Kurz bevor unsere Nummern Zugang hatten, stellen wir uns in die Schlange zum Fahrstuhl und 10 Minuten später hielten wie unsere Karten vor den Scanner am Durchgang, wo prompt das Grüne Licht für möglichen Durchgang erschien. Kurz hinter dem Eingang gibt es noch eine Sicherheitskontrolle, die wir aber ohne Probleme passierten. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass man nicht mit Essen und Trinken hoch darf, all das muss unten an der Kontrolle abgegeben werden.
Ein paar Schritte weiter im dämmrigen licht und schon steht man vor den beiden Fahrstühlen, wo man an einer Platte sehen kann, ob diese sich gerade hoch oder runter begeben. Nach ca. einer Minute öffneten sich die Türen des rechten Fahrstuhls und wir sausten mit hoher Geschwindigkeit hoch auf 203 Meter, wo sich die Aussichtsplattform befindet. Darüber, auf 207 Metern, findet man noch das so genannte Telecafe.

Auf der Aussichtplattform hat man, sicher hinter dicken Scheiben, je nach Wetter, eine Rundumsicht auf Berlin und das Brandenburger Umland. Am Sonntag schien die Sonne und man konnte wirklich bis zum Horizont schauen. Fotos und Beschreibungen erleichtern dabei vor allem Ortsfremden die Orientierung, wobei man die Highlights der Stadt eigentlich kinderleicht identifizieren kann. Von oben fällt einem auch erst auf, wie Grün Berlin eigentlich ist und wie monumental Straßen erscheinen können. Auf der Aussichtblattform befindet sich auch eine kleine Snackbar, die für das leibliche Wohl der Gäste sorgt.
Wir wollten allerdings im Telecafe essen und stellen uns in die kurze Schlange am Ende der Treppe, um auf einen freien Tisch zu warten. Nach etwa 15 Minuten wurde ein Tisch für uns frei und wir erklommen die Treppe. Das Besondere am Telecafe ist, dass es sich um die Achse des Turmes dreht, zwei mal pro Stunde. Man kann also ganz bequem beim Essen den Rundum Blick auf die Stadt genießen.
Das Essen ist dabei preislich wie auch qualitativ absolut okay und der Service war nett und zuvorkommend. Die Einrichtung versetzt einen dabei in eine andere Zeit, alles wirkt wie original aus den späten 70ern, frühen 80ern, kult!

Danach ging es wieder die Treppe hinunter und zur Warteschlangen für die Abfahrt mit dem Fahrstuhl, hier muss man in der Regel aber nicht so lange warten und kurze Zeit später sausten wir die 200 Meter wieder hinunter und standen wieder auf dem Boden des Alexanderplatzes.

Für uns war es ein toller Sonntagsausflug, vor allem dank des schönen Wetters, was einen traumhaften Ausblick beschert hat. Auch den Besuch des Telecafes würde ich jedem empfehlen, einfach um ganz in Ruhe den Ausblick genießen zu können! Die Tische kann man auch reservieren und muss dann in der Regel auch nicht so lange warten!