Montag, 15. September 2008

Back to Gemütlichkeit - Hubertuslounge

Beim ersten Betreten der Huburtuslounge breitete sich ein wohliges Gefühl in mir aus und dank des liebevollen und individuellen Interieurs fühlte ich mich fast wieder in meine Kindheit versetzt. Warum? Ich bin ein Kind der späten 70er Anfang der 80 Jahre, damals hatten die Hosen noch Schlag, die Tapeten furchtbare psychedelische Muster und die Möbel waren zwar nicht schön, aber himmlisch bequem und nicht von Ikea.
Die Bar befindet sich mitten im Wrangelkiez in Berlin Kreuzberg, direkt gegenüber der Markthalle und unweit der U-Bahnstation Görlitzer Bahnhof, die von der U1 angefahren wird. Parkplätze gibt es auch, aber diese sind außer an einem Sonntagnachmittag meist schwierig zu ergattern, also lieber mit den Öffentlichen oder gleich mit dm Kiezpony, also dem rad anreisen.
Sitzplätze gibt es außen und Innen und gesessen wird auf farblich zum Teil gewöhnungsbedürftigen aber umso bequemeren Sesseln und Sofas. Alles alt und charmant leicht schäbig und mit der gehörigen Portion Wohnzimmergefühl, genau richtig, um sich zu verquatschen und die Zeit vor Gemütlichkeit zu vergessen. Dazu die passenden Tische, mal mit Marmorsteinplatte, mal als Cocktailtischchen umgeben von den passenden Accessoires wie alten Radios, Platten, Bildern und liebevollen Details, die man immer wieder aufs neue Entdecken kann. Auch die Karte ist so ein wunderbares Detail, befindet sich diese doch eingeheftet in alten Fotoalben, in denen sich auch noch die Bilder der Vorbesitzer befinden, klasse Idee!
Die Tapete hat ein typisches 70er Jahre Muster und an der Decke findet man neben den stilistisch entsprechenden Lampen auch eine sich langsam drehende Diskokugel, die auch am Tag ihre Runden zieht.
Im Angebot gibt es auch mal was anderes als in den meisten Berliner Bars und Cafes. Klar die Standards wie Kaffee und Bier sind vorhanden, aber es gibt z.B. mal kein Becks und auch keine Coca-Cola, dafür diverse Ökobrausen, andere Limos wie Orangina und diverse Biersorten, verdursten muss hier also niemand. Am Tresen gibt dazu Kuchen, Donuts und anderes Gebäck, alles zu fairen Preisen, lecker und frisch.
Der Service ist stets nett und charmant, bedient schnell und souverän und wirkt trotzdem nie gestresst, passend zum Ambiente eben. Auch zum Service gehören echte Kuscheltiere, sprich Hunde, die ihren eigenen Sessel im Gastraum haben. Den kann man aber gut erkennen, oder setzt man sich mit Absicht auf eine Hundedecke?
Im Hellen ist die Hubertuslounge so etwas wie ein ausgelagertes Wohnzimmer zum Lesen, Reden, Entspannen und einfach nur Rumsitzen, im Dunkeln wird es eine Wohnzimmerbar, die immer gut gefüllt ist mit dem typischen Kreuzberger Publikum, Szene ohne Hippness, sehr angenehm, wie ich finde.
Dazu finden regelmäßig Sonderveranstaltungen wie Musikabende oder Ausstellungen statt. So hat die Hubertuslounge z.B. auch an der Fete de la Musique teilgenommen. Und wer mag, kann auch den Partykeller mieten, den man durch einen Schrank betreten kann, ebenfalls eine nette Idee!
Für mich ist die Hubertuslounge einfach ein Ort wo man unverkrampfte Gemütlichkeit genießen kann, einfach ganz entspannt etwas trinken kann, bequem sitzt, immer wieder neue liebevolle Details entdeckt, freundlich bedient wird und die Zeit vergessen kann, besonders gut an grauen Sonntagnachmittagen.

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