Sonntag, 3. August 2008

Die Stadt des Bieres

Einmal im Jahr wird Berlin anders, anders als sonst. Sonst wird hier auch gerne Bier getrunken, aber besonders gern das Bier aus Berlin, zwar auch mal gerne aus Köln oder Bayern, aber doch auch vor allem und überhaupt aus Berlin.
Im Sommer ist aber vieles anders und so verwandelt sich die Karl-Marx-Allee einmal im Jahr zum Traum oder auch Alptraum für jeden Biertrinker und Kenner. Der Bereich zwischen Straußberger Platz und Frankfurter Tor wird zum Berliner Bierfestival, sprich zur Budenmeile mit Schwerpunkt Essen vor Trinken. Touris und Einheimische schieben sich zwischen den Wagen der kleinen und großen Bierbrauereien entlang und experimentieren sich durch Biersorten, die die Welt vielleicht nicht immer braucht, die nun aber mal auf dem Markt sind. Und man merke, nur weil Bier drauf steht, ist nicht immer auch wirklich Bier drin, trotzdem, probieren macht einfach Spaß und Bier trinken ja sowieso, wer braucht schon das Deutsche Reinheitsgebot, wenn er Mangobier in der Sonne trinken kann. Dazu gibt es Bühnen, auf denen vorzugsweise Alt-68er so tun, als wären sie Bob Dylan und versuchen, ein wenig Spirit in eine kommerzielle Veranstaltung zu bekommen, klappt nicht immer, kann aber durchaus unterhaltsam sein. Und schließlich geht es ja um Bier, nicht um Musik. Das Publikum ist bunt gemischt, auffällig ist aber, wie viele Männer in Gruppen auftreten und extra T-Shirts für Trinkgelage mit ihren Gruppen und Namen haben. Sei es, um nicht zu vergessen, mit wem sie weitergehen müssen oder um später auch von der Polizei wieder richtig abgeliefert zu werden. Kann praktisch sein, sieht aber doch irgendwie peinlich aus, Ballermann eben, vermutlich. Wer sich aber von alledem nicht abschrecken lässt, der kann das durchaus Spaß haben, Bierchen aussuchen, hinsetzen und beim Leute gucken, Sonne genießen. Was will man mehr!

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