Samstag, 12. Juli 2008

Die alte Stadt

Eigentlich ist Berlin doch eine junge Stadt, arm aber sexy, cool und immer in Bewegung, zumindest möchte die Stadt einen das denken lassen. Ganz andere Gedanken bekommt aber, wer am Samstag mal gegen Mittag einkaufen geht, dann ist es eine alte Stadt, denn in den Supermärkten im Kiez wechselt dann das Regiment und die Alten haben das Sagen. Das Jungvolk schläft noch und dann schlägt die Stunde der Renter, sie erobern die Supermärkte, am Stock, im Rollstuhl und mit ihren Rollatoren, gefährlich, wer sich dann in die Gänge wagt. Ein kleiner Schwenk mit dem fahrbaren Untersatz, da ein kleiner Rempler mit dem Stock, die Jungen werden geschickt und behende in ihre Grenzen verwiesen, wenn sie es doch wagen, schnell noch etwas kaufen zu wollen, denn schnell ist nicht drin, sogar verboten. Geschickt werden Einkaufswagen so platziert, dass einfach kein Durchkommen ist und wer dann doch mal vorsichtigt fragt, ob er durch könne wird mit einem knappen "gfrpgrgfpdofasfdj, das sehen sie doch!" abgespeist und muss warten oder wenden und sein Glück im nächsten Gang versuchen, vielleicht hat er Glück und die nächste Barrikade erlaubt noch ein Durchzwängen unter bösen Blicken. Aber nur vielleicht. Froh ist, wer zum einen lange genung Schlafen kann, alles im Haus hat und nicht gegen Mittag einkaufen gehen muss oder, wer gemeinsam mit Oma oder Opa einkaufen geht, denn dann kann einem auch nichts passieren. Für alle anderen gilt, vorsicht, auch Berlin ist eine alte gefährliche Stadt, man muss nur wissen,wo und wann!

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